Kräuter

Kräuter

Weltkräuterküche

Daniels erstes Kochbuch zu 33 seiner liebsten exotischen Kräuter, entstanden 2015 in Zusammenarbeit mit Spitzenkoch Wolfgang Pade aus Verden, ist da!

KATA-DSC03507-bea2

„WELTKRÄUTERKÜCHE will sinnliche Freuden wecken, zeigen wie viel Spaß es macht, durch die kleinen Pflanzenstars Akzente auf dem Teller zu setzen und wie viel Genugtuung darin liegen kann, Kräuter daheim erfolgreich gedeihen zu sehen.

Kräuterexperte Daniel Rühlemann bringt dem Leser die einzelnen Pflanzen durch seine ausführlichen, liebevollen Beschreibungen näher und gibt Tipps für die Anzucht und Ernte.

Spitzenkoch Wolfgang Pade möchte mit seinen leicht nachzukochenden Rezepten zeigen, wie einfach es ist, sich durch den Einsatz der Kräuter unerwartete Genüsse zu erschließen.“

Ab sofort bis Ende Februar 2016 exklusiv erhältlich bei Rühlemann‘s und Pades Restaurant.

Hier können Sie ganz einfach bestellen (Link zum Onlineshop).

Das Buch ist sofort lieferbar. Die Lieferung erfolgt versandkostenfrei innerhalb Deutschlands (ins europäische Ausland zzgl. EUR 6,00 Versandkosten).

Ab März 2016 auch im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-8404-7043-1).

Beinwellsalbe herstellen

Schon einige Male habe ich für mich und meine Lieben Salben hergestellt.
Der Schulterbereich von mir und meinem Mann ist verspannt, meine Kinder haben häufig Prellungen und mein Pferd eine Sehnenverletzung. Deshalb habe ich mich in diesem Jahr für Beinwell entschieden.

beinwellsalbe_1

Der *Echte Beinwell* (Symphytum officinale) wird schon lange als Heilpflanze genutzt. Selbst Hildegard von Bingen und Paracelsus verwendeten ihn zur äußeren Anwendung und Heilung von Knochenschäden, Wunden und Geschwüren. Heute setzt man die Heilpflanze unter anderem bei Entzündungen, Prellungen, Schmerzen und Muskel-Sehnen- und Gelenkschmerzen ein.

Schick verpackt gibt es diesmal also Beinwell-Salbe.
Die Zutatenliste:

500 g Beinwellwurzeln (frisch, gewaschen, geschnitten)
500 ml Bio Olivenöl
70 g Lanolin (Wollwachs)
30 g Bienenwachs oder Rapswachs
25 g Sheabutter
5 g Vitamin E

Auf gute Zutaten habe ich ganz viel Wert gelegt. Ans Werk: Zuerst Beinwellwurzeln von Rühlemanns jungen Bocking Nr.14 ausgegraben, gereinigt und klein geschnitten.

beinwellsalbe_3
beinwellsalbe_10

Das Lanolin wird in einem Topf geschmolzen, das Öl eingerührt und die Beinwellwurzeln dazugegeben. Mindestens 20 Minuten knapp unter dem Siedepunkt halten und ausziehen lassen, regelmäßg dabei umrühren.

beinwellsalbe_13
beinwellsalbe_12

Die Wurzel-Öl-Mischung etwas abkühlen lassen, durch ein sauberes Tuch abseihen und ausdrücken.

beinwellsalbe_14
beinwellsalbe_15

In einem weiteren Topf wird Sheabutter mit Bienen oder Raps-Wachs geschmolzen. Die Wurzel-Öl-Mischung hinzugeben und erneut erhitzen. Nachdem sich alles gut vermischt hat etwas abkühlen lassen und Vitamin E Acetat einrühren zur Konservierung.

beinwellsalbe_16

Zum Schluß die flüssige Beinwellsalbe in sterile Gefäße füllen und zur Aufbewahrung in den Kühlschrank stellen.

beinwellsalbe_18

Herbstfarben

In den letzten sonnigen Oktobertagen sieht man sie überall: Stauden, Sträucher, Kräuter, Bäume, die auf ihrem Rückzug in die Winterstarre farblich noch einmal alles geben – jetzt, im Herbst, haben die Blätter vieler Pflanzen ihren großen leuchtenden Auftritt im Garten.

herbstfaerbung_collage

Diese Schönheit hat ihren ganz eigenen Ursprung: Nährstoffe werden für das nächste Jahr eingelagert, wodurch die verschiedenen Farbtöne zum Vorschein kommen.

Ein Grund mehr, die verwelkenden Pflanzen in unseren Gärten nicht zu früh abzuschneiden – die faulen Gärtner wird es freuen! Wer’s im Herbst noch gemütlicher liebt, der überlässt einfach alles bis zum nächsten Frühjahr der Natur. Der Frost schenkt uns dann später noch einmal ganz andere, bizarre Bilder. Auch viele Insekten finden so den nötigen Überwinterungsplatz.

Unsere blättrigen Fotomodelle waren diesmal:
vib08
Wintergrüner Schneeball

aro01
Aroniabeere

per30
Duftknöterich

eup03
Purpur-Wasserdost

sas01
Sassafras

ror01
Teichkresse

ber22
Sibirischer Tee

cra23
Weißdorn

lep01
Gartenkresse, ausdauernd

col01Baummispel

hem03
Gelbe Taglilie

ane50
Yerba Mansa

Wir wünschen farbenfrohe Herbsttage!

Kräuter + Schokolade = wow!

Die Idee von leckeren Schokoladen-Kräuterpralinen entstand kurz nach unserem ersten zufälligen Schokoladenexperiment im April (Beitrag siehe hier). Gestern war es dann soweit: flugs die Schokolade geschmolzen und hineingetaucht was uns vor die Finger kam.

Das Ergebnis: ein bunter Teller voll ungewöhnlicher Kräuter-Schoki-Kreationen! Mjam!
kraeuterschoki_1

Schon mal Erdkastanien in Schokolade gehüllt? Unbedingt probieren! Egal, ob weiße, dunkle oder Vollmilchschokolade – alle Varianten sind lecker. Besonders edel: nach dem Eintauchen in Schokolade in dunklem Kakao wälzen!
kraeuterschoki_3

Andenbeeren sind ja pur schon lecker – mit Schokoüberzug ein Gedicht und dazu noch sehr hübsch anzuschauen.
kraeuterschoki_2

Lakritztagetes, Wasserpfeffer, Parakresse … in Schokolade gebadet! Vor allem letztere bescheren ein pfeffrig-prickelndes Vergnügen.
kraeuterschoki_4

Wer die karamellig schmeckenden Früchte des Himalaya-Geißblatts mag, wird sie in Schokolade lieben. Zergehen auf der Zunge!
kraeuterschoki_5

Was hier aussieht wie ein kleiner Fischschwarm, sind die in Schokolade getauchten Stängel des Peruanischen Sauerklees. Eine hitverdächtige Idee, die im Vorübergehen entstand. Prädikat: sehr lecker!
kraeuterschoki_6

An den Früchten der Zwerg-Tamarillo scheiden sich die Geister; die einen lieben sie, die anderen spucken sie schnell wieder aus. Mit Schoko-Kleks absolut überzeugend!
kraeuterschoki_7

Was in den oben gezeigten Schoko-Pralinen nur funktioniert, wenn die Dosis der Parakresseblüten recht hoch ist, klappt bei den ganzen getauchten Blütenköpfen umso besser: ein nachhaltig prickelndes Vergnügen für Mutige und sicherlich eine Bereicherung des Halloween-Buffets 😉
kraeuterschoki_8

Hatte ich gerade die Mutigen unter uns erwähnt? Die folgende „Rose“ ist in Wahrheit eine in Schokolade getauchte Glockenchili. Zum Naschen nur für ganz Hartgesottene geeignet, – uns gefällt sie als ungewöhnliche Dekoidee!
kraeuterschoki_9

Schokoladenexperimente mit Kräutern und Früchten? Unsere Erfahrung: klasse!
Unsere Empfehlung für diesen Herbst? Ernten, in Schokolade tauchen, genießen!

Alle Jahre wieder – Überwinterung

Mit viel Humor, Lampenfieber und Spekulatius empfing Christian am vergangenen Samstag die interessierten Besucher seiner Schnupperstunden, die es wirklich wissen wollten: „Wie bekomme ich meine Schätzchen durch den Winter?“

ueberwinterung_5
ueberwinterung_3

Schon bei der Einführung ins Thema gab es einige Aha-Erlebnisse: „Wir Gärtner sprechen oft von ausdauernden / mehrjährigen Pflanzen oder winterharten Pflanzen, aber was bedeutet das eigentlich genau?“
ueberwinterung_4
ueberwinterung_12
‚Ausdauernd‘ (bei uns gekennzeichnet mit P=perennierend) heißt lediglich ‚mehrjährig‘ und gibt keine Auskunft über Frosthärte

„Welche Bedürfnisse haben Pflanzen im Winter und was gilt es unbedingt zu vermeiden?“
ueberwinterung_9
Dauerhaft nasse Füße fördern das Absterben des Wurzelwerks

„Welches ist der ideale Überwinterungsort und wie schütze ich draußen vor Frost?“ ueberwinterung_11
Mit Vliesen, die auch in unserer Gärtnerei Verwendung finden …
ueberwinterung_2
… oder Tannenreisig kann man den oberirdischen Teil der Pflanze gut gegen Sonne und Frost schützen

„Mit welchen Mitteln kann ich meine Pflanzen schützen, welche sind eher kontraproduktiv?“
ueberwinterung_10
Plastikfolie über den Pflanzen unbedingt vermeiden!

Christians einfache und bildhafte Appelle, z.B.: „Wenn man mich ein halbes Jahr in einen dunklen Keller sperren würde, wäre ich auch beleidigt …!“ halfen sehr dabei, sich in die Bedürfnisse der Pflanzenwelt hineinzuversetzen ….
ueberwinterung_7

… und mit Hilfe der konkreten Fragen und Anregungen der Gäste entspann sich ein sehr lebendiger Dialog, der am Ende dann auch wirklich keine Fragen mehr offen ließ.
ueberwinterung_6

So ausführlich, individuell und vielseitig beraten, informiert und versorgt kann die dunkle Jahreszeit ruhig kommen 🙂
ueberwinterung_1

Zu guter Letzt, hier die
Faustregeln zur Überwinterung
von Christian Müller

Das Thema Überwinterung beginnt beim Kauf der Pflanze! Setzen Sie sich mit den Ansprüchen der Pflanze auseinander: Welchen Standort bevorzugt die Pflanze? Ist eine Winterhärte gegeben? Wo ist der natürliche Lebensraum der Pflanze?

Im Herbst und im Winter benötigen unsere Pflanzen weniger Wasser und Dünger. Es ist ganz wichtig die Wassergaben der Witterung anzupassen; gedüngt werden sollte einmal im Monat mit dem Gießen. Stauende Nässe ist unbedingt zu vermeiden, da sonst die Wurzel Schaden nehmen kann.

Während des Winters können die meisten mediterranen Pflanzen kühl und hell überwintert werden. Licht ist ein ganz wichtiger Faktor bei der Überwinterung. Steht die Pflanze zu dunkel, kann es zu Problemen kommen – im schlimmsten Fall stirbt die Pflanze ab oder die Pflanze braucht im nächsten Frühjahr sehr lange um wieder mit dem Wachstum zu starten.

Pflanzen, die aus den Tropen stammen, sollten hell und warm durch den Winter gebracht werden. Temperaturen von unter 15°C sollten nicht unterschritten werden. Die trockene Luft in unseren Wohnzimmern kann zu einem Spinnmilbenbefall führen. Deshalb sollten die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge kontrolliert werden.

Bei Kübelpflanzen, die frostfest sind, sollte ein Durchfrieren der Erde verhindert werden. Sei es, dass die Pflanzen an einen geschützten Ort im Garten gestellt werden oder die Töpfe mit Laub, Luftpolsterfolie oder alten Decken vor dem Frost geschützt werden.

Winterharte Pflanzen sollten draußen überwintert werden. Werden diese aus übertriebener Fürsorge ins Haus geholt, scheitert die Überwinterung oft.

Nutzen Sie Reisig, Laub oder ein Vlies um Pflanzen draußen vor dem Frost zu schützen. Folie trägt in vielen Fällen zum Misserfolg der Überwinterung bei.

Wenn Sie an Ihren Pflanzen im nächsten Frühjahr wieder Wachstum beobachten, erhöhen Sie langsam die Wasser- und Düngergaben.

Ist die Überwinterung gelungen, gewöhnen Sie die Pflanzen vorsichtig wieder an das Licht. Glas lässt nur sehr wenig UV-Strahlung durch, daher besteht die Gefahr von Sonnenbrand, wenn es für die Pflanzen wieder ins Freie geht. Dies sollte somit an bedeckten Tagen geschehen.