Warum macht ihr eigentlich überall Kräuter rein?

Trotz der ungewöhnlichen Sommerhitze am vergangenen Samstag fanden einige Kinder den Weg zur „Kinder-Kräuter-Küche“, unseren Schnupperstunden speziell für Kinder.

Kaum da, gings auch schon los: Mini-Pizza und Joghurt standen als erstes auf dem Programm. Da in alle Rezepte natürlich Kräuter oben drauf oder hinein sollten, wurde erst einmal ausgiebig geschnuppert und nach Vorlieben unter den Kräutern gesucht.

So kam es, dass Zimmerknoblauch, Italienischer Origano, Schnittlauch ‚Forescate‘ und Italienische Rauke auf der Pizza und Lakritztagetes, Erdbeerminze und Anis-Ysop im Joghurt landeten.

„Das kenne ich, das ist Basilikum!“
„Das schmeckt ja total nach Lakritze!“

Dann wurde konzentriert gerührt, gerollt, geschnitten und geraspelt. Teamwork? Selbstverständlich! Und da, wo Hilfe gebraucht wurde, waren Anastasija und Hilke gleich zur Stelle.„Ich bin erst 6 – aber ich kann schon kochen!“

Rezept Mini-Pizza
Der Teig: 220 ml zimmerwarmes Wasser mit 1 TL Zucker und 20 g Hefe gut vermischen. 400 g Mehl, 30 ml Olivenöl und 1 TL Salz dazugeben und alles zu einem glatten Teig kneten. Wenn er fertig ist, sollte sich der Teig gut von der Schüssel lösen. Mit dem gleichen Teig kann man auch Pizzabrötchen backen!

Die Sauce: 1 Zwiebel und 1 große Tomate in kleine Stücke schneiden. Mit 1 EL Tomatenmark, 1 TL Salz, 3-4 Blättern Basilikum ‚Wildes Purpur‘ und Italienischem Origano mit einer Küchenmaschine oder einem Pürierstab pürieren.

Belag: Nun kann man alles, was man mag, auf die Pizza legen, z.B. Tomatenscheiben, Zwiebelringe, Salami, Schinken, Rauke, Olivenkraut, Oregano

Backzeit: im vorgeheizten Ofen bei 200°C ungefähr 20 – 25 Minuten.

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Rezept Kräuter-Joghurt
Die Idee: den eigenen Kräuter-Joghurt mischen!
4 Beispiele hatten Anastasija und Hilke vorher ausprobiert:

„Fruchtkräuter“
150 g Joghurt mit 2-3 klein geschnittenen Erdbeeren und sehr fein geschnittenen Kräutern (Erdbeerminze, Sauerampfer, Apfelsalbei) mischen.

„Lakritz“
150 g Joghurt mit sehr fein geschnittenen Kräutern (Lakritztagetes, Anis-Ysop) mischen.

„Süße Zitrone“
150 g Joghurt mit Australischem Zitronenblatt und 1 TL Zucker pürieren.

„Basilikum Trio“
150 g Joghurt mit sehr fein geschnittenen Kräutern (Zitronenbasilikum, Basilikum ‚Wildes Purpur‘, Griechisches Buschbasilikum) mischen.


Fragen wie „Warum macht ihr eigentlich überall Kräuter rein?“, „Fressen Nützlinge alle Schädlinge?“, „Warum stehen hier einige Pflanzen im Gewächshaus und andere draußen?“ „Wie funktioniert der Gießwagen?“ beantworteten sie ausführlich und mit viel Geduld. Die Kinderstube der Pflanzen interessierte die Kinder sehr, so dass Hilke gleich einen kleinen spontanen Ausflug mit ihnen in die Vermehrung machte. Mit den Worten „Puh, ist das warm hier!“ wurde dieser von den Kids schnell wieder beendet 🙂

Herstellen von Butter und Buttermilch
Eine für die Kinder ganz ungewöhnliche Aktion war das Herstellen von Butter und Buttermilch aus Sahne. Eigentlich geht das Ganze ganz einfach:

30-40 ml flüssige Sahne in ein kleines Glas füllen und das verschlossene Glas solange schütteln, bis Butter entstanden ist (ca. 5-10 Minuten). Die Flüssigkeit, die dabei übrig bleibt, nennt man Buttermilch.


Allerdings sorgten die hohen Temperaturen am Samstag für erheblich erschwerte Bedingungen, so dass sich schon nach kurzer Zeit „Schüttel-Teams“ bildeten. Trotzdem gelang das Experiment nur einmal – zum Herstellen der geplanten Kräuterbutter (die selbstgemachte Butter mit Kräutern und ein wenig Salz mischen) und Zitronen-Buttermilch (Australisches Zitronenblatt mit der Buttermilch pürieren) reichte es leider nicht. Wie gut, dass es gleich weiterging mit Kräuterkeksen und Pizzabrötchen!

Rezept Kräuter-Kekse
250 g Mehl, 100 g kalte Margarine, 90 g Zucker, 1 Ei und 1 TL Backpulver zu einem Teig verkneten. Dann sehr fein geschnittene Kräuter dazugeben. Wir haben z.B. Lemon-Ysop, Erdbeer-Minze, Yerba Buena, Brasilianischen Sauerklee und Australisches Zitronenblatt ausprobiert.
Wichtig: eher zuviel als zu wenig Kräuter unter den Teig mengen – beim Backen
geht einiges vom Aroma verloren! Nach dem Backen die Kekse mit Zuckerguss (Puderzucker mit etwas Zitronensaft mischen) bestreichen und mit Blüten schmücken.

An dieser Stelle ein großes Kompliment an alle mitwirkenden Kinder, die trotz der großen Hitze im Gewächshaus tatkräftig und mit viel Spaß und Begeisterung dabei waren und ihre selbst hergestellten Leckereien mit Genuss verspeisten. Eltern, die vorsichtig fragten: „Darf ich mal abbeißen?“ bekamen eine klare Antwort: „Nein!“ Auch die samstags immer bereitstehenden Teesorten wurden gerne durchprobiert. Am Ende war alles restlos aufgefuttert und Hilke und Anastasija planen schon für‘s nächste Jahr: „Dann wird auf jeden Fall gekocht!“

Fotos: André Wieding

Die nächsten Schnupperstunden gibt‘s am Samstag, den 21. Juli.
Dann dreht sich wieder alles um ein sehr beliebtes und vielseitiges Kraut: Basilikum!

Das war dufte!

Eins vorweg: die Kinder, die unsere Gärtnerei am letzten Samstag zu den Schnupperstunden ‚Das ist dufte‘ besuchten, waren wirklich große klasse!
Backen & Basteln stand auf dem Programm – und während es draußen immer grauer wurde, wurde es drinnen immer kreativer und bunter.

Egal ob beim Backen der Kräuter-Muffins (mit Australischem Zitronenblatt oder Minze), beim Bemalen und Füllen der Duftsäckchen oder beim Herstellen der Duftkugeln – mit Kardamom, Australischem Zitronenblatt, Salbei, Rosmarin, Lavendel, Zitronenverbene oder Minze – schon nach kurzer Einweisung übernahmen die Kids die Regie, halfen sich gegenseitig, sorgten für ständigen Muffin-Nachschub bei Eltern und Kunden und schafften so eine wunderbar lebendige Atmosphäre.

Hilke und Anke genossen es – trugen ihre Ideen, Vorbereitungen und die Anleitung der jungen BesucherInnen doch schöne und bunte Früchte!

Ankes Kommentar zum Tag: Supi!
Hilke: Das mache ich gerne wieder!


Das Befüllen der Förmchen war Teamwork

Auch Anke hatte sichtlich Spaß dabei

Jetzt musst du aber auch probieren!

Die Duftsäckchen wurden erst bemalt …

… dann befüllt

… und ein schönes Band durfte natürlich auch nicht fehlen.

Fertig!

Wer hat Lust, mal selbst Lavendel zu schneiden? Daraus kann man kleine Duftsträuße binden!

Das Basteln der Duftkugeln war sicherlich der kniffeligste Teil: zuerst eine Kugel aus Holzwolle pressen, dann Kräuter aussuchen, die ersten Blätter um die Kugel legen und sogleich mit Draht umwickeln. Kleiner Tipp: Große Blätter zuerst, kleine darüber – das hält besser!




Das hat geklappt!

Und wie das duftet!

Mit bunten Bändern zum Aufhängen wirken sie noch schöner.

Erster Schnuppertag für Kinder

Kinder

Wir laden ein zum ersten Schnuppertag speziell für Kinder!

Am morgigen Samstag, den 2.7.2016 wird in unserer Gärtnerei von 12.00 – 15.00 Uhr alles im Zeichen des spielerischen Umgangs mit Kräutern stehen.

Freut euch auf sinnliche Erfahrungen und praktisches Tun – auch die leisen Momente werden nicht zu kurz kommen.

Wir werden mit euch Kräuterkekse backen und Duftsäckchen füllen, zusätzlich könnt ihr Kräuter-Memory spielen, Kräutermärchen lesen oder sogar selber schreiben und malen. Weitere Anregungen könnt ihr mit nach Hause nehmen … lasst euch überraschen!

Anja Bodmann und Anke Gettel freuen sich auf euch!

Und so findet ihr den Weg zu uns: Wegbeschreibung

Vielfalt der Teekräuter

… hieß das Thema der Schnupperstunden am vergangenen Samstag. Anja Bodmann und Martina Warnke, unseren Kunden stimmlich bestens vertraut durch die telefonische Auftragsannahme, zauberten dafür gut gelaunt eine ‚Teebar‘ mit den verschiedensten Teekräutern.
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Von unseren Dauerbrennern wie Marokkanischer Minze „… schmeckt frisch viiiiieeel besser als Beuteltee!“ über Anisysop und Ananassalbei bis hin zu ganz neuen Sorten wie der Chinesischen Tee-Chrysantheme durfte alles probiert, beschnuppert und auch gemischt werden.
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Bei unseren jüngsten Testern lagen die Zitronen- und Orangenverbene sowie die Lakritztagetes auf der Beliebtheitsskala weit vorne.
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Das Interesse am Thema war groß und manch einer freute sich an diesem verregneten und recht kalten Tag über einen Becher frisch zubereiteten Kräutertee. Anja und Martina sorgten dafür, dass Tee & Themen nicht ausgingen, schenkten ein und plauderten fröhlich aus dem ‚Teekästchen‘ 😉

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Im Laufe der drei Stunden entstand ein interessanter Austausch der sehr individuellen Geschmackserlebnisse. Das Fazit lautete: Probieren lohnt sich – auch zunächst ungewohnte Teekräuter wie z.B. Basilikum sind ein überraschender Genuss. Und so verabschiedeten sich die mutigen Tester am Nachmittag dankbar mit warmem Tee im Bauch und frischen Ideen im Kopf!

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Kräuter für Kinder 3.Teil: Hauswurz – Sempervivum tectorum

Hauswurz ist eine sehr schöne Kinderpflanze, denn sie ist kinderleicht anzupflanzen und zu pflegen. Eine Dachpfanne und ein paar Steine z.B. und schon kann es losgehen. Da sie zu den Sukkulenten zählt, genügt ihr auch ein steiniger Untergrund mit wenig Sand und Wasser. Hauswurz lässt sich deshalb auch gut in Steingärten pflanzen, z.B. gemeinsam mit Tripmadam. Sie verkraftet Trockenheit und auch Frost.

Ihre Genügsamkeit und das Durchhaltevermögen haben ihr wohl auch ihren lateinischen Namen beschert, der sich aus semper = immer , vivus = lebend und tectus = Dach zusammensetzt. Früher glaubten die Menschen, dass Hauswurz vor Blitzeinschlägen schützt, weshalb schon Karl der Große verordnete, dass es auf die Häuserdächer gepflanzt wird. Im Internet habe ich auf verschiedenen Seiten gefunden, dass am Schutz vor Blitzen wohl tatsächlich etwas dran sein soll. Untersuchungen haben demnach ergeben, dass die Spitzen der Blätter der Hauswurz den heutigen Blitzableitern ähnlich sind. Häuser mit Hauswurzbewuchs werden also durchaus von gewittrigen, elektrischen Entladungen heimgesucht, aber es baut sich kein extremes Spannungsgefälle auf, das zum Blitzschlag führt. Man benötigt für diesen natürlichen Blitzableiter aber  ziemlich viele dieser Pflanzen. Als Orakel diente die Hauswurz früher ebenfalls. Hatte man Hauswurz mit rötlich gefärbten Blüten, deutete sich ein freudiges Ereignis an, während schneeweiße Blüten den baldigen Tod eines Angehörigen verkündeten. Seit Alters her wird Hauswurz zudem äußerlich bei Verletzungen, Verbrennungen, Hämorrohiden und Hautausschlägen verwendet. Hierfür nimmt man entweder frische Blätter, die man zerkleinert und dann als Umschlag auf die Wunde packt oder den ausgedrückten Pflanzensaft mit etwas Wasser verdünnen und dann als Kompresse auflegen. Sempervivum tectorum steht unter Naturschutz. Wildpflanzen daher bitte am Fundort belassen.

Ihre Patricia Rühlemann