Die Vielfalt der Gerüche beim Räuchern

    

Sehr unterschiedliche Düfte und Wirkungen können durch das Räuchern entstehen. Ebenso unterschiedlich wie die Pflanzen, die verräuchert werden können. Die Klassiker sind beispielsweise der indianischeSalbeistrauch, das Mariengras oder der Räuchersalbei.

Vor dem Räuchern wird das Kraut an einem warmen und schattigen Platz in Bündeln oder einzelne Zweige getrocknet. Es kann anschließend direkt angezündet oder über einer Räucherkohle verbrannt werden. Ebenso ist das Verkohlen in einem Räucherstövchen mit Siebeinsatz über einem Teelicht möglich. Als Räucherstövchen kann, neben der gekauften Version, auch ein altes Marmeladenglas und ein Teesieb verwendet werden.

Der Rauch von Kräutern wirkt harmonisch auf den Menschen. Er fördert die Konzentration, Intuition und Kreativität, desinfiziert Räume, vertreibt böse Geister und kann auch Mücken abwehren. Als Mückenschreck gelten Lorbeer, Beifuß, Rainfarn, Lavendel und Mariengras.

Die Gerüche beim Räuchern können alte Erinnerungen wecken und sehr individuell wahrgenommen werden. Beim Räuchern mit Kohle oder Teelicht entstehen eher mildere Gerüche.

Pichi Pichi ist ein bei Ureinwohnern Südamerikas sehr beliebtes Kraut. Nicht nur als Tee oder Tinktur, sondern auch zum Räuchern ist es sehr gut geeignet. Einzelne Zweige machen schon einen sehr intensiven Duft.

Die Wirkung bei Menschen sind unterschiedlich. Während einige Personen es als euphorisierend beschreiben, fühlen sich andere leicht berauscht. Der Geruch ist intensiv, warm und irgendwie erdig. Der Kopf wird frei und Gedanken lassen sich besser fokussieren.

Cystus© hat einen leichten, wohltuend warmen und entspannenden Geruch. Seinem Harz wird auch eine sinnliche Wirkung nachgesagt. Ein Grund mehr, den Cystus zu verräuchern.

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Fotos: André Wieding

 

Waldmeister Wackelpudding

Den Duft und das Aroma vom Waldmeister verbinde ich spontan immer mit meiner Kindheit, mit Softeis und giftgrünem Wackelpudding. Ehrlicherweise kannte ich nur die fertigen Puddingschälchen oder gekauftes Pulver zum Anrühren.

Ob es wohl einen Unterschied macht, den Pudding ganz ohne künstliche Aromen herzustellen?

An zwei verschiedenen Rezepten wollte ich mich ausprobieren. Nach dem Versuch habe ich die Rezepte noch ein wenig modifiziert, da der Wackelpudding nicht gewackelt hat sondern sehr fest geworden ist. Für die Fotos war das gut ;).

Geschmacklich war es ein himmelweiter Unterschied zu den gekauften Varianten, wobei dies positiv zu bewerten ist. Das sanfte Aroma und der wunderbare Duft kamen in beiden Rezepten gut zur Geltung.

Bei der Variante in Grün habe ich Waldmeistersirup mit Lebensmittelfarbe verwendet, der hellere Wackelpudding ist ohne Farbstoffe.

Für beide Rezepte benötigt man je ein Bund Waldmeister und einen Teelöffel Agar-Agar. Den Waldmeister am besten schon zwei Tage vorher ernten, damit er ein wenig anwelkt und mehr Aroma entwickelt.

Der Waldmeister wird in 500ml Flüssigkeit (Apfelsaft oder Wasser) gelegt und zum Kochen gebracht. Sobald es kocht, den Topf vom Herd ziehen und den Sud fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Den Waldmeister aussieben und die aromatisierte Flüssigkeit wieder in den Topf geben.

Bei Variante A mit Apfelsaft werden  vier EL Waldmeistersirup und ein Teelöffel (ca. 4 g) Agar-Agar hinzugefügt, dann ein bis zwei Minuten und ständigem Rühren köcheln lassen.

Bei Variante B mit Wasser wird der Sirup mit zwei gehäuften Esslöffeln Rohrzucker ersetzt, auch hier nimmt man einen Teelöffel Agar-Agar. Aufkochen und zwei Minuten rührenderweise köcheln lassen.

Nun wird das Ganze in Schalen gefüllt und kommt für mindestens drei Stunden in den Kühlschrank. Dort wird der Wackelpudding fest und ist fertig zum Genießen.

Fotos von Andrè Wieding

„Ich kann mich nicht entscheiden!“

„Sooo viele Sorten Basilikum“, „Rotes oder Grünes?“, „Ich bin überfordert, welches ist das Beste?“ So etwas hören wir im Verkauf sehr häufig. Um aus eigener Erfahrung berichten zu können, haben wir uns überlegt, eine Suppe mit verschiedenen Basiliken auszuprobieren.

Getestet haben wir:

Rotes Buschbasilikum, Basilikum ‚Pesto Perpetuo‘ PBR und Malawi-Camphor-Basilikum

Zutaten:

1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, ¼ oder etwas weniger Martinique Chili

1 l Gemüsebrühe, ¼ l vegane Sahne, ½ Bund Schnittlauch

½ Bund Oregano, 2 Bund Basilikum, etwas Öl, Salz und Pfeffer

Zwiebel, Knoblauch und Chili mit Öl anbraten. Mit der Gemüsebrühe und der veganen Sahne ablöschen. Schnittlauch und Oregano dazu geben und 5 Minuten köcheln lassen. Das Basilikum hinzufügen und mit dem Pürierstab pürieren. Zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Und welches war jetzt am besten?

Einigen konnten wir uns nicht. Jedes schmeckt auf seine Art besonders. Also bleibt es dabei, dass alle lecker sind und es einfach Geschmackssache ist.

Melanie und Karina

Fotos Andrè Wieding

 

Einfach auf´s Brot

Wenn Sie jetzt durch ihren Garten schlendern, sollten Sie unbedingt ein paar junge Triebe von ihren Küchenkräutern ernten. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut ein einfaches Brot mit frischen Kräutern schmeckt.

Alle Gemüse- und Würzpflanzen sind dazu geeignet. Für unsere Brote haben wir z. B. Yauthli, Bergfenchel, Schnittknoblauch, Sternblumen, italienische Rauke, französischer Estragon, Majoran, Basilikum, Spitzwegerich und die Fetthenne genommen.

Besonders begeistert haben mich der Bergpfeffer, der Majoran und das Yauhtli. Der Geschmack auf dem Butterbrot war intensiv aromatisch und wurde durch nichts anderes überdeckt – eine tolle Art Kräuter schmecken zu lernen.

Fotos: André Wieding

Ziege trifft Ingwerthymian

Ingwerthymian hat einen würzigen Ingwer-Zitronengeschmack und eignet sich wunderbar für eine Vorspeise mit kräftigen Ziegenkäse.

Rezept für 4 Portionen:

4 Scheiben Bacon knusprig braten und auf einem Küchenkrepp beiseitelegen.

Einen großen Apfel gründlich waschen und entkernen. Danach, ungeschält, in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Diese Scheiben in dem verbliebenen Fett des Speckes knapp gar braten und in eine gefettete Auflaufform setzen.

Die Apfelscheiben mit dem Thymian bestreuen und darüber die Speckscheiben legen. Den Ziegenkäse (Michaela hat eine Ziegenkäserolle verwendet) in Scheiben schneiden und auf dem Speck verteilen.
Noch einmal großzügig mit dem Thymian bestreuen und mit ein paar Teelöffeln Honig beträufeln.

Unter dem Grill auf der höchsten Stufe gratinieren, bis der Käse sich bräunt. Vorsicht dabei, das kann sehr schnell gehen. Alternativ im Backofen nur die Oberhitze einschalten und den obersten Einschub wählen.

Dazu hat Michaela einen gemischten Salat mit Honig-Senf-Dressing angerichtet.


Die hauseigenen Testesser waren sehr begeistert.

Idee und Umsetzung: Michaela Görnig

Fotos: André Wieding