Schülerpraktikum bei Rühlemann

So eine tolle Rückmeldung! Danke Jason!

Im Rahmen eines Schülerpraktikums war Jason zwei Wochen lang in der Gärtnerei, um sich frischen Kräuterduft um die Nase wehen zu lassen. Wie es sich gehört durfte/musste Jason alle Stationen der Gärtnerei mit durchlaufen, von der Saatguternte, dem Pikieren der jungen Sämlinge bis zum Eintopfen und Pflege der Pflanzen.

Natürlich haben wir uns stets bemüht, sämtliche Fragen zu beantworten und ihm das Gefühl zu geben, herzlich willkommen zu sein. Doch dass wir dann das Ergebnis seiner Arbeit für die Schule sehen durften, hat uns richtig gefreut!

Bevor ich jetzt zu viel schreibe, lasse ich einfach die Bilder sprechen:

 

 

Wir finden das hast Du richtig gut gemacht und danken Dir für die tollen zwei Wochen.

Färben mit Pflanzenfarbstoffen

Generell kann jede Naturfaser pflanzlich eingefärbt werden. Die Stoffe vorher gründlich waschen, da es ansonsten zu ungleichmäßigen Ergebnissen kommen kann. Bei der Anwendung von Farbstoffen und Chemikalien sollte man Handschuhe tragen. Zum Färben benutzte Behälter und Utensilien sollten nicht mehr für Lebensmittel verwendet werden.

Wenn die Stoffe frei von Seife und Waschmittelrückständen sind, dann werden sie ca. eine Stunde in Kalialaunlösung gebeizt. Man gibt ca. 10 % Gewichtsanteil des Stoffs an Alaun in die Lösung. Für Rot- oder Orangetöne gibt man die gleiche Menge Weinstein hinzu, um die Farben zu intensivieren. Pflanzenfasern, wie Baumwolle oder Leinen, vertragen leichtes Kochen. Seide und Wolle sollten länger bei niedrigen Temperaturen gebeizt werden, da sonst die Fasern rau und filzig werden.

Für Färbungen mit Coreopsis und Reseda nimmt man etwa die gleiche Menge Pflanzenmaterial wie Stoff und kocht es etwa eine Stunde aus und siebt es danach ab. Die Stoffe werden dann in die heiße Lösung gelegt und gelegentlich umgerührt, bis man den gewünschten Farbton erreicht. Das Färben mit Saflor ist etwas aufwändiger. Der Gelbton ist leider nicht farbecht. Der Rotton dafür ist dauerhaft, sollte nur nicht über 50 °C erhitzt werden. Er eignet sich am besten für Baumwolle und Leinen. Die Saflorblüten werden über Nacht eingeweicht und so lange mit Wasser gespült, bis sie keinen gelben Farbstoff mehr abgeben. Die nun roten Blüten werden in Speisesodalösung geknetet bis sie sich entfärben, dann wird mit Essig neutralisiert. PH-Streifen aus der Apotheke sind hierfür enorm hilfreich. Die Stoffe werden eine bis zwei Stunden in der Lösung eingeweicht und zum Schluss wird der Farbstoff noch mit einem großen Schuss Essig fixiert. Das Ergebnis ist ein starkes Pink.

Beim Färben mit Färberknöterich kann gänzlich auf Beize verzichtet werden. Der ideale Erntezeitpunkt für Färberknöterich ist Juli bis August. Die frischen Blätter werden gepflückt und in einem Topf mit Wasser gründlich geknetet. Der Topf sollte dann mindestens eine Stunde ruhen, da die Indigovorstufen erst durch enzymatische Prozesse entstehen. Nach einer Stunde wird dann die Pflanzenmasse abgeseiht und der Stoff eingeweicht. Nach ca. einer weiteren Stunde kann etwas Waschsoda hinzugegeben werden, um die Bildung von Indigo zu fördern. Bei meinen Versuchen färbte sich die Lösung nach einer Zugabe von Soda schlagartig blau. Ohne Soda sollten die Stoffe an der Luft trocknen, da die Bildung von Indigo doch etwas mehr Zeit braucht. Nach dem Trocknen sollten alle Stoffe einmal gründlich in warmen Wasser und milder Seife gewaschen werden. Wir waren alle doch überrascht, welch schöne Farben erzielt wurden. Letztendlich waren doch einige Versuche und Experimente nötig, um an brauchbare Ergebnisse zu kommen. Für einzelne, besondere Stoffe lohnt sich die Arbeit. Um die Farben zu schonen, sollte die Handwäsche bevorzugt werden.

Ausführliche Rezepte und Anleitungen zum Färben finden Sie in folgenden Büchern: „Natürlich Färben mit Pflanzen“ von Franziska Ebner & Romana Hasenöhrl und „Wild gefärbt“ von Abigail Booth

 

Idee und Umsetzung: Patrick Kahrs

Fotos: Andrè Wieding

Die Vielfalt der Gerüche beim Räuchern

    

Sehr unterschiedliche Düfte und Wirkungen können durch das Räuchern entstehen. Ebenso unterschiedlich wie die Pflanzen, die verräuchert werden können. Die Klassiker sind beispielsweise der indianischeSalbeistrauch, das Mariengras oder der Räuchersalbei.

Vor dem Räuchern wird das Kraut an einem warmen und schattigen Platz in Bündeln oder einzelne Zweige getrocknet. Es kann anschließend direkt angezündet oder über einer Räucherkohle verbrannt werden. Ebenso ist das Verkohlen in einem Räucherstövchen mit Siebeinsatz über einem Teelicht möglich. Als Räucherstövchen kann, neben der gekauften Version, auch ein altes Marmeladenglas und ein Teesieb verwendet werden.

Der Rauch von Kräutern wirkt harmonisch auf den Menschen. Er fördert die Konzentration, Intuition und Kreativität, desinfiziert Räume, vertreibt böse Geister und kann auch Mücken abwehren. Als Mückenschreck gelten Lorbeer, Beifuß, Rainfarn, Lavendel und Mariengras.

Die Gerüche beim Räuchern können alte Erinnerungen wecken und sehr individuell wahrgenommen werden. Beim Räuchern mit Kohle oder Teelicht entstehen eher mildere Gerüche.

Pichi Pichi ist ein bei Ureinwohnern Südamerikas sehr beliebtes Kraut. Nicht nur als Tee oder Tinktur, sondern auch zum Räuchern ist es sehr gut geeignet. Einzelne Zweige machen schon einen sehr intensiven Duft.

Die Wirkung bei Menschen sind unterschiedlich. Während einige Personen es als euphorisierend beschreiben, fühlen sich andere leicht berauscht. Der Geruch ist intensiv, warm und irgendwie erdig. Der Kopf wird frei und Gedanken lassen sich besser fokussieren.

Cystus© hat einen leichten, wohltuend warmen und entspannenden Geruch. Seinem Harz wird auch eine sinnliche Wirkung nachgesagt. Ein Grund mehr, den Cystus zu verräuchern.

Weitere spannende Pflanzen für Räucherexperimente finden Sie HIER

Fotos: André Wieding

 

„Ich kann mich nicht entscheiden!“

„Sooo viele Sorten Basilikum“, „Rotes oder Grünes?“, „Ich bin überfordert, welches ist das Beste?“ So etwas hören wir im Verkauf sehr häufig. Um aus eigener Erfahrung berichten zu können, haben wir uns überlegt, eine Suppe mit verschiedenen Basiliken auszuprobieren.

Getestet haben wir:

Rotes Buschbasilikum, Basilikum ‚Pesto Perpetuo‘ PBR und Malawi-Camphor-Basilikum

Zutaten:

1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, ¼ oder etwas weniger Martinique Chili

1 l Gemüsebrühe, ¼ l vegane Sahne, ½ Bund Schnittlauch

½ Bund Oregano, 2 Bund Basilikum, etwas Öl, Salz und Pfeffer

Zwiebel, Knoblauch und Chili mit Öl anbraten. Mit der Gemüsebrühe und der veganen Sahne ablöschen. Schnittlauch und Oregano dazu geben und 5 Minuten köcheln lassen. Das Basilikum hinzufügen und mit dem Pürierstab pürieren. Zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Und welches war jetzt am besten?

Einigen konnten wir uns nicht. Jedes schmeckt auf seine Art besonders. Also bleibt es dabei, dass alle lecker sind und es einfach Geschmackssache ist.

Melanie und Karina

Fotos Andrè Wieding

 

Pflanzen aus aller Welt entdecken

Einmal um die Welt – wo Pflanzen zu Hause sind

Maren und Maren auf Expedition

Ob an klaren Bachläufen, im feucht-warmen Dschungel, in der trockenen Savanne, überall behaupten sich Pflanzen und haben ihre Bedürfnisse an die klimatischen Bedingungen angepasst. In unserer Gärtnerei in Horstedt, mitten im norddeutschen Schmuddelwetter und den vier Jahreszeiten der gemäßigten Zone, gedeihen die verschiedenartigsten Stauden und Kräuter aus allen Erdteilen und wir Gärtner versuchen ihnen gerecht zu werden.

Es gibt Kalthäuser, in denen die Temperaturen im Winter bis auf wenige Grad über null absinken, Warmhäuser, Trockentische, Lichttische, feuchte Zonen im Freiland und für die absoluten Wärmeliebhaber das Morpheus mit gemütlichen zwanzig Grad zu jeder Jahreszeit.

Diese Beiden stammen ursprünglich aus Gebirgsregionen und kommen deshalb mit trockenen, steinigen Böden gut klar: vorne der Himalaya-Knöterich und rechts hinten die Kaukasus-Fetthenne.

Wo wir Handschuhe, Schal und Mütze gegen die Kälte anziehen, fühlen sich grönländischer Porst (hinten) und schottischer Liebstöckel wohl.

Einige Pflanzen in der Gärtnerei zeigen auf kleinen Hinweisschildern ihre Bedürfnisse an. Diese hier mögen es gerne feucht.

Im Amazonasgebiet im tropischen Regenwald sind die speziellsten Pflanzen zu finden. Wir haben uns durch den norddeutschen Dschungel gekämpft, um sie zu bestaunen:

Anamu aus Peru

Auch zu Hause lassen sich mit Pflanzen schöne Erdteile entdecken. Pflanzen die ihren Ursprung in anderen Ländern haben, sollte man auch zu Hause ihren Bedürfnissen gemäß versorgen und auf Lichtbedarf, Temperatur oder Bodenfeuchte achten um viel Freude mit ihnen zu haben.