Zwischenzeitlich bei Rühlemanns

Wie jedes Jahr habe ich viel Freude daran die jungen, frisch getopften Pflanzen regelmäßig zu Entspitzen um ihren Wuchs zu fördern.

Wichtig ist diese Arbeit besonders bei den wärmeliebenden Pflanzen, die nur in der Saison verfügbar sind und ab dem Spätsommer / Anfang Herbst nicht mehr verschickt werden.

Zum Beispiel unsere Vielfalt an verschiedenen Basilikumsorten, die sich bis auf Ausnahmen (Wildes Purpur, African Blue, wildes Tulsi), bei Temperaturen unter 12 Grad nicht wohlfühlen.

Bei richtiger Pflege, dem richtigen Ernteschnitt und Anpassung an ihre Bedürfnisse kann man auch in dieser kurzen Zeit schöne, große, blattreiche Pflanzen heranwachsen sehen und von viel Ernte zehren. Basilikum kann kulinarisch sehr vielseitig verwendet werden. Unsere Sorten sind unterschiedlich in ihrem Geschmack von fein/süßlich bis krautig/herb.

Selbst wenn manche der empfindlichen Pflanzen nicht mehr ihre volle Pracht zeigen, sobald die Tage wieder kälter werden können viele von ihnen Nachkommen in Form von Samen hinterlassen, die im nächsten Frühjahr neu ausgesät werden können. Auch eine Vermehrung über Stecklinge ist möglich.

Von der Erdmandel, die erst ab Mitte Mai in den Garten wandern sollte, erntet man im Spätherbst die süßlich schmeckenden Knöllchen und kann, wenn man es schafft, einige aufzubewahren, diese wieder einpflanzen um neue Pflanzen zu gewinnen.

Die Gewürz– und Lakritztagetes, bei Kindern sehr beliebt, sind durch ihren filigranen Wuchs wunderschön anzusehen und eignen sich unter anderem für süße und salzige Speisen, Kräutertees und Liköre.

Kapuzinerkresse wurde 2013 als Arzneipflanze des Jahres gekürt. Sie strotzt vor Vitamin C und die etwas scharf schmeckenden Blätter und essbaren Blüten sind eine geschmackvolle Ergänzung im Salat. Ihre Inhaltsstoffe haben die Eigenschaft die Vermehrung von Viren, Bakterien und Pilzen einzudämmen.

Stevia ist eine wertvolle Pflanze für Menschen, die Schwierigkeiten haben richtigen Zucker zu verwerten. Steviablätter werden gern für Süßspeisen aller Art sowie zur Süßung von Getränken verwendet, können aber auch zum Backen und Kochen genutzt werden.

Rezepte & Tipps gibt es hier:

https://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/praxis/rezepte

Text & Idee: Eva Brendel

Fotos: André Wieding

Auf den Bärlauch, fertig, los!

Möchte man in den Genuss dieser aromatischen Staude kommen, muss man sich beeilen, denn die Erntezeit ist begrenzt von Ende März bis Mai.

Kaum zeigt der Bärlauch sein sattes Grün und die schönen weißen Blüten (auch diese sind essbar!), zieht er sich auch schon wieder in den Untergrund zurück.

Diesmal verwende ich den Berliner Bärlauch für ein schnelles Rezept einer leckeren Käsecreme.

Nordischer „Obatzter“ mit Bärlauch

50 g weiche Butter mit 200 g Frischkäse, 100 g geriebenen Käse und 150 g zerdrücktem Camembert gut verrühren. Eine gute Handvoll Bärlauch sehr fein schneiden und mit hinzugeben. Das Ganze dann mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken und mit frischem Weißbrot servieren.

Alle Kollegen und Kolleginnen waren begeistert und es hat sich gezeigt, auch der Norden kann bayrisch.

Text & Idee: Michaela Görnig

Fotos: André Wieding

 

Ist da Tanne im Essen?

Rosmarin mit seinen nadeligen Blättern erinnert, grade Kinder, oft an den bekannten Tannenbaum. Auch seine Blätter sind ganzjährig grün und erfreuen uns mit ihrem tollen Duft und Aroma. Doch der Rosmarin kann so viel mehr!

Am 14.9.2019 von 12 bis 15 Uhr  zeigen Ihnen Eva & Frederike, was für tolle Eigenschaften der Rosmarin im Gepäck hat. Geschichtliches, kulinarisches und pflegendes um die Meisterin der Leichtigkeit, wie der Rosmarin auch wegen seiner anregenden Wirkung genannt wird, warten auf Sie.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet in Direktverkauf unserer Gärtnerei statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Wir hoffen auf ihre rege Teilnahme und freuen uns jetzt schon auf Ihren Besuch!

Anfahrtsbeschreibung

Fotos: André Wieding

 

…es ist noch Zucchini da

Bea hat noch einen letzten Riesenzucchini entdeckt und Michaela hat sich prompt entschlossen, dieses Prachtexemplar zu einer schnellen Creme-Suppe zu verarbeiten.

Rezept zum Nachkochen:

1 kg Zucchini in kleine Würfel schneiden. Eine rote Zwiebel würfeln und alles zusammen leicht andünsten. Zwei Handvoll Zimmerknoblauchblüten und eine Handvoll piemontesischer Limonenthymian hinzugeben und ca. 5 Min mitgaren. Im Anschluss mit einem Liter Gemüsebrühe aufgießen und 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

Ein Becher Creme Fraiche (o.ä.) unterrühren und die Suppe pürieren. Selbsgemachte Brotcroutons geben den Extra Pfiff.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Fotos: André Wieding

Salbei Schnupperstunde – der Rückblick

„Cur moriatur homo cui Salvia crescit in horto?“
(Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?)

 Sprichwort aus dem 14. Jahrhundert

Am letzten Samstag luden Eva Brendel und Maren Schmitz zum Kennenlernen dieser einzigartigen Heilpflanze ein.

Schon im Vorfeld haben die Beiden viele unserer verschiedenen Salbei Sorten in großen Töpfen kultiviert und gepflegt und damit die Vielfältigkeit und auch den Zierwert demonstrieren zu können.

Eva und Maren waren gespannt, ob bei dem warmen Wetter wirklich Leute den Weg in die Gärtnerei finden. Sie kamen! Trotz der Temperaturen ließen sich unsere Besucher nicht davon abhalten mehr über den Salvia Officinales zu erfahren.

Nach einer kurzen Einführung, wurde es noch heißer, denn in der Küche wurden, nach einem Rezept von Maren, Salbeibonbons hergestellt. Eva hatte ein Rezept für ein selbst gemachtes Salbei Deo vorbereitet, somit konnte gleich auch die schweißhemmende Wirkung des Salbeis erprobt werden.

In Gesprächen und Anekdoten gab es viel Wissenswertes über die Geschichte, Pflege und Wirkung vom Salbei zu Lernen.

Es wurde gezupft.

Gemörsert.

Geschnippelt.

Vermengt.

Gekleckst und auch gekleckert.

Vorsichtig Abgemessen.

Probiert.

Und natürlich gleich getestet ob das neue Deo auch wirklich gut duftet.

Die Stunden sind wie im Flug vergangen, wie das immer so ist, wenn eine besonders angenehme Atmosphäre herrscht. Selbstverständlich durfte jeder Gast auch sein eigenes Fläschchen mit Deo mit nach Hause nehmen und einen Handzettel mit den wichtigsten Infos rund um den Salbei.

Eva und Maren haben den Tag auf jeden Fall sehr genossen und sich über die rege Teilnahme von allen Gästen sehr gefreut.

Und damit Sie auch noch in den Genuss von selbstgemachten Deo und den Bonbons kommen, selbstverständlich auch hier noch einmal die Rezepte:

Salbei Deo:

100 ml Wasser in einem Topf erhitzen und dabei drauf achten dass das Wasser nicht heißer als 50 Grad wird. Dann einen Teelöffel Natron darin auflösen und zwei Teelöffel frischen oder einen Teelöffel getrockneten Salbei hinzugeben. Das Ganze läßt man nun ca.15 Minuten ziehen, bevor man durch einen Kaffeefilter abseiht.

Nun 38 – 40% Alkohol (z.B. Wodka) Boden bedeckend in eine Sprühflasche oder Deoroller gießen, 6 Tropfen ätherisches Salbeiöl und 2 Tropfen ätherisches Zitronenöl beimengen und mit der Salbei-Natron-Mischung aufgießen. Fertig.

Hinweis: ätherisches Salbeiöl ist für Schwangere und Kleinkinder nicht geeignet.

Salbeibonbons selber machen

Zutaten: 10 g frische Salbeiblätter (oder 5 g getrocknete Salbeiblätter) & 100 g Zucker

Nach der Ernte der frischen Salbeiblätter diese so fein wie möglich schneiden. 100 g Zucker abwiegen und in einen kleinen Kochtopf füllen. Backpapier auf der Arbeitsfläche auslegen. Der Zucker wird im Topf erhitzt  – erst schmilzt der Zucker sehr langsam, dann geht es jedoch sehr rasch. Wenn alles geschmolzen ist, den Salbei hinzufügen und zügig unterrühren. Am Besten gleich den Topf vom Herd nehmen und dabei aufpassen, die Zuckermasse ist enorm heiß. Man kann entweder aus dem Topf auf das Backpapier kleine Häufchen aufs Backpapier tropfen lassen oder mit dem Löffel die Bonbonmasse auf das Backpapier klecksen.

Wenn die Masse komplett ausgekühlt ist, läßt sie sich leicht vom Papier lösen und in die gewünschten Stückchen brechen. Guten Appetit!

Fotos: André Wieding