Kräuter

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Stevia-Tee als Süßungsmittel erlaubt

Das Verwaltungsgericht in München hat am 26.09.2011 einem Biolebensmittel-Hersteller erlaubt Stevia-Tee als Süßungsmittel in Joghurt zu verwenden.
Dreh- und Angelpunkt des Rechtsstreits war: Ist Stevia-Tee eine gewöhnliche pflanzliche Zutat? Oder handelt es sich um ein neuartiges Lebensmittel, das unter die Novel-Food-Verordnung der EU fällt und deshalb zugelassen werden muss? Als Novel Food gilt, was vor Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang als Lebensmittel in der EU verzehrt wurde.
„Wir haben das Gericht davon überzeugt, dass vor 1997 mehr als 61 Millionen Tassen Stevia-Tee in der EU getrunken wurden“, freut sich die Geschäftsführerin der Molkerei Barbara Scheitz. Dafür habe ihr Unternehmen eidesstattliche Versicherungen von Firmen vorgelegt, die Stevia-Tee in den Verkehr bringen.“
Verwaltungsgericht München AZ: M 18 K 11.2918; M18K1445; M18E11.1443.

Wir freuen uns mit. Bedeutet das doch einen Weg in die richtige Richtung.

Mehr lesen können sie hier unter Apotheken-Umschau und unter Stiftung Warentest

Patricia Rühlemann

2012 ist Schluss mit „für Diabetiker geeignet“

Letzens war ich im Krankenhaus. Im Fahrstuhl las ich sinngemäß folgendes: Da diätische Lebensmittel mehr schaden als nutzen, bieten wir keine Diätküche mehr an.
Ich wurde neugierig, fragte mich was dran ist an der Aussage. Im Internet auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – kurz BMELV steht: Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand benötigen Personen mit Diabetes mellitus keine speziellen diätetischen Lebensmittel, da für sie inzwischen die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung gelten wie für die Allgemeinbevölkerung.

Das Aus für Diabetiker-Lebensmittel dürfte für die Lebensmittelwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Nach Schätzungen des Diätverbands macht die Branche bisher einen Umsatz von bis zu einer halben Milliarde Euro im Jahr mit speziellen zuckerarmen Produkten. Trotzdem ist ab 2012 Schluss. Der Bundesrat hat der Verordnung zugestimmt. Ab nächstes Jahr werden daher keine Lebensmittel mehr im Supermarkt zu finden sein mit der Aufschrift „für Diabetiker geeignet“ finden können.

Was viele nicht wissen: Diabetes ist keinesfalls nur eine „Zuckerkrankheit“. Auch Fett- und Eiweiß-Stoffwechsel sind gestört. Deswegen brauchen Diabetiker auch einen gesunden Ernährungsplan. Ich habe es mir ja schon immer gedacht. Nicht der Austausch von Inhaltsstoffen ist sinnvoll, sondern eine sinnvolle Ernährung macht Sinn.

Patricia Rühlemann

Wolf-Dieter Storl – der mit den Pflanzen spricht

Einer unserer Kunden kam auf uns zu, um auf die Vortragsreise von Wolf-Dieter Storl hinzuweisen. Dem komme ich gerne nach.
Wolf-Dieter Storl ist ein ganz großer Kenner der einheimischen Heilpflanzen. Er weiß um ihre Eigenschaften und Heilkräfte, kennt ihre Bedeutung in der Volksmedizin, ihre Rolle in Mythen, Sagen und Märchen. Geboren 1942 in Sachsen, ausgewandert in den 50er Jahren nach USA, Biologe und Ethnologe, führte u.a. Feldforschungen bei den Indianern durch – ist er seit 1986 wieder in Deutschland.
Vom 10.-14.10.2011 ist er in Norddeutschland auf Vortragsreise unterwegs. Er besucht Münster, Eckernförde, Ahrensburg, Berlin und Bremen.

An diesen Abenden erzählt Wolf-Dieter Storl von Heilpflanzen und Zauberpflanzen, vom Einklang mit der Natur, vom Ursprung und Weg des Menschen, vom Schamanentum und den Wurzeln unserer Spiritualität. Auf youtube fand ich dieses Video, dass einen kleinen Einblick in sein Leben und in sein Wirken gibt:

Karten gibt es zum Beispiel bei
seitenpfade

Patricia Rühlemann

Wir bauen ein Insektenhotel

Unsere Helfer haben ein neues Zuhause!

Es hat sich in Insektenkreisen herumgesprochen, das wir hier in der Gärtnerei viele Arbeitsplätze für Nützlinge zu vergeben haben.

Da die Nachfrage groß ist, haben wir uns gefragt:

Wie bringen wir unsere fleißigen Helfer gut unter?

Wir kamen auf die Idee ins Hotelgewerbe zu investieren..

Michael und ich fanden einen gut geeigneten Bauplatz im Verkaufsbereich der Gärtnerei. Die Genehmigung war schnell erteilt und pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen war Baubeginn. Der Rohbau war schnell fertig und Micha und ich begannen schnell mit der Inneneinrichtung.

Kaum fertiggestellt kamen die ersten Gäste angeflogen und reservierten ihre Zimmer.

Sie können sich das neue Hotel im Verkaufsbereich unserer Gärtnerei anschauen.

Ihr Bernd-U. Eggers

Kräuter für Kinder 3.Teil: Hauswurz – Sempervivum tectorum

Hauswurz ist eine sehr schöne Kinderpflanze, denn sie ist kinderleicht anzupflanzen und zu pflegen. Eine Dachpfanne und ein paar Steine z.B. und schon kann es losgehen. Da sie zu den Sukkulenten zählt, genügt ihr auch ein steiniger Untergrund mit wenig Sand und Wasser. Hauswurz lässt sich deshalb auch gut in Steingärten pflanzen, z.B. gemeinsam mit Tripmadam. Sie verkraftet Trockenheit und auch Frost.

Ihre Genügsamkeit und das Durchhaltevermögen haben ihr wohl auch ihren lateinischen Namen beschert, der sich aus semper = immer , vivus = lebend und tectus = Dach zusammensetzt. Früher glaubten die Menschen, dass Hauswurz vor Blitzeinschlägen schützt, weshalb schon Karl der Große verordnete, dass es auf die Häuserdächer gepflanzt wird. Im Internet habe ich auf verschiedenen Seiten gefunden, dass am Schutz vor Blitzen wohl tatsächlich etwas dran sein soll. Untersuchungen haben demnach ergeben, dass die Spitzen der Blätter der Hauswurz den heutigen Blitzableitern ähnlich sind. Häuser mit Hauswurzbewuchs werden also durchaus von gewittrigen, elektrischen Entladungen heimgesucht, aber es baut sich kein extremes Spannungsgefälle auf, das zum Blitzschlag führt. Man benötigt für diesen natürlichen Blitzableiter aber  ziemlich viele dieser Pflanzen. Als Orakel diente die Hauswurz früher ebenfalls. Hatte man Hauswurz mit rötlich gefärbten Blüten, deutete sich ein freudiges Ereignis an, während schneeweiße Blüten den baldigen Tod eines Angehörigen verkündeten. Seit Alters her wird Hauswurz zudem äußerlich bei Verletzungen, Verbrennungen, Hämorrohiden und Hautausschlägen verwendet. Hierfür nimmt man entweder frische Blätter, die man zerkleinert und dann als Umschlag auf die Wunde packt oder den ausgedrückten Pflanzensaft mit etwas Wasser verdünnen und dann als Kompresse auflegen. Sempervivum tectorum steht unter Naturschutz. Wildpflanzen daher bitte am Fundort belassen.

Ihre Patricia Rühlemann