Kräuter

Kräuter

Ein Gewächshaus müsste man haben…

…denken sicher viele in dieser Jahreszeit. Die Erntesaison ist in Deutschland ja nicht gerade lang.  Und da warten wir dann sehnsüchtig auf den Frühling, auf die warme Jahreszeit, damit wir wieder erntemäßig aus dem Vollen schöpfen können. Aber stopp mal, es gibt auch Winterkräuter, die jetzt um diese Zeit noch frisch aus dem Garten kommen UND Aroma haben. Wenn diese dann auch noch im frostfreien Gewächshaus ständen…

Ein Gewächshaus müsste man haben...
Ein Gewächshaus im botanischen Garten Potsdam

Es gibt so so einige, die laufen quasi im Winter zur Höchstform auf, wenn sie nicht dem Frost ausgesetzt sind. Eine davon scheint Sedanina zu sein. Eigentlich sowieso schon eines der Zart-Kräuter, also ideal für den Rohgebrauch in der Küche, macht Sedanina unablässig auch im Winter neue Schösslinge, wenn die Pflanzen warm stehen. Und wegen des wenigen Lichtes sind die dann auch noch doppelt zart.

Sedanina
Sedanina (Apium nodiflorum) in unserem Gewächshaus im Dezember

Na ja gut, es gibt auch genügend andere Kräuter die trotz warmem Gewächshaus in diesen Zeiten des Jahres vor sich hin dümpeln, oder Blätter verlieren, oder ganz eingehen. Eine wahre Herausforderung jedes Jahr, und das selbst bei uns erfahrenen Gärtnern, ist die Überwinterung von Damiana, kleinblättrig. Oder auch Gurmar. Oder indianischer Räuchersalbei.

Das Problem ist im Winter oft, dass man sparsam sein muss mit Gießen. Das Gießen gerade im Winter kann ja so gemein sein! Es ist doch so: geht es einer einzelnen Pflanze richtig gut, dann verbraucht sie auch mehr Wasser. In der Folge steht sie dann wieder zu trocken, und dann geht es ihr gar nicht mehr gut. Ich sage unseren Gärtnern für den Gießdienst im Winter immer wieder „Im Winter musst du mehr beobachten als Gießen, regelmäßig schauen ist auch ne wichtige Arbeit!“

Trotzdem passiert es dann immer mal wieder, dass einzelne Pflanzen sich verabschieden. Mildern kann man den Frust dann, indem man einfach gleich drei, vier fünf oder mehr Exemplare der gleichen Art hat. Dann gibt es immer noch Überlebende. Einige Leute brauchen eben Herausforderungen – ich gehöre auch dazu!

Gut, es gibt also auch Schwierigkeiten. Aber bleiben wir doch bei den Kräutern, die im  Winter so richtig gut sind, vor allem wenn man es frostfrei ist, wie das Kresse-Schaumkraut, das jetzt schön saftig grün ist, und immer noch wächst, auch bei niedrigsten Temperaturen.

Kresse-Schaumkraut (Cardamine raphanifolia)
Kresse-Schaumkraut (Cardamine raphanifolia)

Oder noch ein anderes würziges Kraut aus der Kreuzblütlerfamilie, das ausdauernde Löffelkraut. Hiervon kann man sogar noch bei starken Frösten zarte Blätter ernten.

Ausdauerndese Löffelkraut (Cochlearia glastifolia)
Ausdauerndes Löffelkraut (Cochlearia glastifolia)

Es gibt tatsächlich mehrere Pflanzen, bei denen die Haupterntezeit, die dunklen Monate im Jahr sind. Brunnenkresse ist auch so eine. Sie bleibt meist blütenlos in dieser Zeit, und wenn es über Null Grad ist, dann wächst sie immer weiter und weiter, und versorgt uns mit saftigem Grün.

Rote Brunnenkresse (Nasturtium x officinalis)
Rote Brunnenkresse (Nasturtium x officinale)

Werden dagegen die Tage wieder deutlich länger als die Nächte, strebt sie wieder in die Blütenbildung, Tja, und wenn dann erst die Samenbildung anfängt, dann kann man sie oft für den Rest des Sommers vergessen, da ist nicht mehr viel zu holen.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Ein Gewächshaus müsste man haben..

…dann gäbe es auch bei eisigen Schneestürmen am warmem Herd ein würziges Brunnenkressesüppchen.

Ich wünschte alle hätten ein Gewächshaus.

Stevia – kein Ende des Verbots in Sicht

Auf mehreren Seiten im Internet las ich Jubelschreie nach dem Motto „Stevia ist erlaubt.“ Dann stieß ich auf Berichte von Verbraucherschutzzentralen und erfuhr die bittere Wahrheit!

Wie hätte es auch anders sein sollen, wo doch Coca-Cola und Co ihre Hände im Spiel haben: Die Verwendung von Steviablättern und somit auch die Pflanze als solche bleibt in der EU verboten. Die Pflanze, vor allem Ihre nützlichen Blätter fallen unter die Novel Food Verordnung und werden als neuartiges Lebensmittel eingestuft. Und nicht zugelassen!
Begründet wird das von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) damit, daß die Blätter nicht exakt dem patentierten und zugelassenem Süßungstoff Steviolglykosid kurz E960 in Ihrer Inhaltszusammensetzung entsprechen.

Stevia

Ein Hoch auf die Chemie! Denn nichts anderes ist Steviolglykosid – ein chemisch hergestelltes Süßungsmittel. An der Natur läßt sich halt nichts verdienen.
So sieht das wohl auch Andreas Baumgarth von der Wild Flavors GmbH. Einer Firma, die u.a. „künstliche“ Süßstoffe mit Stevia auf den Markt bringt. Er behauptet: „Stevia alleine für sich wäre ein Geschmack, den der Verbraucher so nicht akzeptieren würde. Also muß man Süßungskomponenten einsetzen.“ – siehe ZDF –
Was der Verbraucher also letzlich bekommt, hat nicht mehr viel mit der ursprünglichen Stevia zu tun.

Wer auf Nummer sicher gehen will, was er da an Süßungsmittel zu sich nimmt, pflanze also Stevia in der eigenen Küche – solange das noch zulässig ist – und nutze die Pflanze direkt zum Süßen.

Nun denn, frohe Weihnachten

Patricia Rühlemann

P.S.: Das war jetzt mein letzter Beitrag hier. Weitere werden wohl an anderer Stelle im Jahr 2012 folgen.

Stevia-Tee als Süßungsmittel erlaubt

Das Verwaltungsgericht in München hat am 26.09.2011 einem Biolebensmittel-Hersteller erlaubt Stevia-Tee als Süßungsmittel in Joghurt zu verwenden.
Dreh- und Angelpunkt des Rechtsstreits war: Ist Stevia-Tee eine gewöhnliche pflanzliche Zutat? Oder handelt es sich um ein neuartiges Lebensmittel, das unter die Novel-Food-Verordnung der EU fällt und deshalb zugelassen werden muss? Als Novel Food gilt, was vor Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang als Lebensmittel in der EU verzehrt wurde.
„Wir haben das Gericht davon überzeugt, dass vor 1997 mehr als 61 Millionen Tassen Stevia-Tee in der EU getrunken wurden“, freut sich die Geschäftsführerin der Molkerei Barbara Scheitz. Dafür habe ihr Unternehmen eidesstattliche Versicherungen von Firmen vorgelegt, die Stevia-Tee in den Verkehr bringen.“
Verwaltungsgericht München AZ: M 18 K 11.2918; M18K1445; M18E11.1443.

Wir freuen uns mit. Bedeutet das doch einen Weg in die richtige Richtung.

Mehr lesen können sie hier unter Apotheken-Umschau und unter Stiftung Warentest

Patricia Rühlemann

2012 ist Schluss mit „für Diabetiker geeignet“

Letzens war ich im Krankenhaus. Im Fahrstuhl las ich sinngemäß folgendes: Da diätische Lebensmittel mehr schaden als nutzen, bieten wir keine Diätküche mehr an.
Ich wurde neugierig, fragte mich was dran ist an der Aussage. Im Internet auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – kurz BMELV steht: Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand benötigen Personen mit Diabetes mellitus keine speziellen diätetischen Lebensmittel, da für sie inzwischen die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung gelten wie für die Allgemeinbevölkerung.

Das Aus für Diabetiker-Lebensmittel dürfte für die Lebensmittelwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Nach Schätzungen des Diätverbands macht die Branche bisher einen Umsatz von bis zu einer halben Milliarde Euro im Jahr mit speziellen zuckerarmen Produkten. Trotzdem ist ab 2012 Schluss. Der Bundesrat hat der Verordnung zugestimmt. Ab nächstes Jahr werden daher keine Lebensmittel mehr im Supermarkt zu finden sein mit der Aufschrift „für Diabetiker geeignet“ finden können.

Was viele nicht wissen: Diabetes ist keinesfalls nur eine „Zuckerkrankheit“. Auch Fett- und Eiweiß-Stoffwechsel sind gestört. Deswegen brauchen Diabetiker auch einen gesunden Ernährungsplan. Ich habe es mir ja schon immer gedacht. Nicht der Austausch von Inhaltsstoffen ist sinnvoll, sondern eine sinnvolle Ernährung macht Sinn.

Patricia Rühlemann

Wolf-Dieter Storl – der mit den Pflanzen spricht

Einer unserer Kunden kam auf uns zu, um auf die Vortragsreise von Wolf-Dieter Storl hinzuweisen. Dem komme ich gerne nach.
Wolf-Dieter Storl ist ein ganz großer Kenner der einheimischen Heilpflanzen. Er weiß um ihre Eigenschaften und Heilkräfte, kennt ihre Bedeutung in der Volksmedizin, ihre Rolle in Mythen, Sagen und Märchen. Geboren 1942 in Sachsen, ausgewandert in den 50er Jahren nach USA, Biologe und Ethnologe, führte u.a. Feldforschungen bei den Indianern durch – ist er seit 1986 wieder in Deutschland.
Vom 10.-14.10.2011 ist er in Norddeutschland auf Vortragsreise unterwegs. Er besucht Münster, Eckernförde, Ahrensburg, Berlin und Bremen.

An diesen Abenden erzählt Wolf-Dieter Storl von Heilpflanzen und Zauberpflanzen, vom Einklang mit der Natur, vom Ursprung und Weg des Menschen, vom Schamanentum und den Wurzeln unserer Spiritualität. Auf youtube fand ich dieses Video, dass einen kleinen Einblick in sein Leben und in sein Wirken gibt:

Karten gibt es zum Beispiel bei
seitenpfade

Patricia Rühlemann