Herbstkompositionen

Gitarrenklänge treffen auf kulinarische Genüsse

Vor zwei Jahren. Es fing alles ganz harmlos an. Ich dachte mir, es wäre schön, ein kleines E-Piano zuhause zu haben. Zum Fantasieren und um meine Seele mal wieder in inspirierenden Klangwelten schweifen zu lassen. Entspannung nach Feierabend.

Was dann geschah, hatte ich nicht erwartet. Die Klänge weckten innerhalb weniger Tage meine fast vergessene Musiker- und Komponistenseele. Ich fing an, nicht nur zu fantasieren, sondern nach kurzer Zeit entstanden meine ersten Kompositionen für Piano – wie von selbst.

Und wie von Zauberhand erwachte auch meine schon fast eingestaubte Gitarre wieder zu neuem Leben. Mit einem mal war mein Gitarrespiel wieder inspiriert und machte richtig Spass. Ich fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes von der Muse geküsst.

Als nächstes entdeckte ich die bundlose Gitarre für mich. Welch ein singender Ton, voller Gefühl und Ausdruck! (Siehe Bild oben)

Und so entstanden in den letzten zwei Jahren eine Reihe neuer Stücke für drei Instrumente: Gitarre, bundlose Gitarre und Piano. Es ist als wäre meine musikalische Seele 30 Jahre lang gereift ohne mein Zutun. Ich fühle mich beschenkt und erfüllt mit neuen musikalischen Ideen. Diese musikalischen Geschenke kann ich unmöglich für mich behalten, und deshalb drängt es mich Konzerte zu geben.

In den 1980er Jahren hatte ich Jazz und klassische Gitarre in Graz studiert, danach folgten Unterrichtstätigkeit in Bremen sowie ein paar Solo- und Duo-Konzerte. Das jetzige Programm besteht ausschliesslich aus neuen eigenen Kompositionen. Einige Stücke wurden extra für die bundlose Gitarre komponiert. Meine Musik hat ihren eigenen Stil, aber Einflüsse aus Klassik, Jazz und Ethno sind hörbar. Die Stücke sind meist sehr rhythmisch und dennoch entspannt und verträumt.

Mein allererstes Solo-Konzert nach 30 Jahren Schaffenspause mit akustischer Gitarre und bundloser Gitarre gebe ich am 28.10.2017 um 19 Uhr im zauberhaften Cafe Kränzchen in Ahausen, wo Antje und Claus Schäfer dazu ein herbstliches Fünf-Gänge-Menü servieren werden.

Ihr Daniel Rühlemann

Die Karten für die Herbstkompositionen sind ausschließlich im Vorverkauf für 49,50 Euro erhältlich.

Café Kränzchen
Mühlenstraße 8
27367 Ahausen

Infos & Reservierungen unter:

Telefon 04269-5416 (bitte auf den AB sprechen)

Unser Götterbaum ist umgezogen.

Vor 10 Jahren hatten wir ihn gepflanzt, als Sinnbild von Verwurzelung und Wachstum, als Zeichen von Entwicklung und Beständigkeit: Den Götterbaum (Ailanthus altissima).

In einem eigenen, geheimen Ritual haben wir damals – jeder für sich – verschiedene Ritualgegenstände mit unseren Wünschen für die Zukunft unserer Gärtnerei besprochen, und in einer Schatulle direkt an den Wurzeln des Baumes vergraben.

Vermutlich sind auch Wünsche für eine schöne, größere, und modernere Gärtnerei dabei gewesen. Denn wir werden in diesem Jahr unser neues 4.000 qm großes Gewächshaus mit neuen Büro- und Sozialräumen, sowie einer ganz neuen, jetzt doppelt so großen Versandabteilung bauen. Und zwar genau da, wo dieser Baum bisher stand!

Also musste der Götterbaum Anfang März umziehen.

In den vergangenen neun Jahren hat er, fest an seinem Platz verwurzelt, so einiges erlebt, uns immer freizügig seinen kühlenden Schatten und umwerfenden Duft gespendet und vielen Geschichten lauschen können. Ja, wenn Bäume erzählen könnten! Aber wer weiß … vielleicht … wenn man nur gut genug hinhört …

Klar, dass wir alle mit gedrückten Daumen auf die ersten ‘Über’lebenszeichen in diesem Frühjahr gewartet haben.

Und siehe da, jetzt im Mai, sieht es danach aus, als wäre unser Götterbaum mit seinem neuen Platz am Rande des Parkplatzes mit einem weiten Blick über’s Land zufrieden!

Die Zeichen stehen also günstig: Die Götter meinen es gut mit unserem Bauprojekt!

Der Winter ist dahin – der Frühling kann kommen!

Letzte Woche war ich viel mit dem Fahrrad unterwegs, und in dieser Jahreszeit ergöze ich mich immer wieder an dem frischen Frühjahrsaustrieb, der einem überall begegnet. Die Pflanzen sehen so kraftgeladen aus, so frisch und leuchtend, und ich freu mich wie ein Kind, wenn die Pflanzen jetzt jeden Tag sichtbar ein Stück größer werden.

Am Wegesrand habe ich den Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) gesehen…

Wiesenkerbel

Wiesenkerbel

..und auch eine Art Barbarakresse wuchs am Rande eines Ackers…

Barbarakresse

Barbarakresse

..und natürlich am Waldrand anzutreffen die leckere Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), hier noch ganz klein, aber dafür umso zarter…

Knoblauchrauke

Knoblauchrauke

.. dann in der Gärtnerei angekommen, gab es auch was zu entdecken: Roter Sauerampfer  (Rumex species) ist nicht nur eine kulinarische Delikatesse, sondern auch eine wahre Augenweide im Frühjahr mit seinen glänzend roten Blättern…

Roter Sauerampfer

Roter Sauerampfer

…hunderte Ashitaba-Sämlinge (Angelica keiskei) wurden bereiets pikiert, und warten aufs „getopft-werden“…

Ashitaba Sämlinge

Ashitaba Sämlinge

Hier noch einmal der Beweis: Unsere Ginkgos (Ginkgo biloba) sind tatsächlich Sämlingspflanzen und NICHT stecklingsvermehrte Klone, wie man an den unten liegenden Samenschalen noch gut sehen kann!

 

Ginkgo Sämlinge

Ginkgo Sämlinge

Der hohle Lerchensporn (Corydalis cava), eine wenig bekannte Heilpflanze, ist gerade in schönster Blüte in der Gärtnerei..

Hohler Lerchensporn

Hohler Lerchensporn

…auch der Huflattich (Tussilago farfara) hat jetzt seine schönste Zeit…

Huflattich in Blüte

Huflattich in Blüte

..und im Gewächshaus konnte ich die seltenen, honigduftenden Blüten des Goldbart (Callisia fragrans) schnuppern..mmmmh!

Goldbart, Blüte

Goldbart, Blüte

Ich wünsch Ihnen noch viele Entdeckungen in der Natur in diesem Frühjahr!

Rundgang durch die Gärtnerei

Heute, am Sonntag, ist es richtig kalt draussen, und trotzdem stehen wir in den Startlöchern für das kommende Frühjahr. Aussaaten müssen gemacht werden, Pflanzen zurückgeschnitten werden, und die Stecklingsvermehrung kommt jetzt im Februar auch wieder richtig auf Touren.

Zeit also, um sich mal wieder einen ausführlichen Überblick zu verschaffen. Zumindest in den Gewächshäusern.

Dieser Streifzug durch die Gewächshäuser hat auch immer wieder einige Überraschungen parat. Pflanzen, die jetzt ausgerechnet in voller Blüte stehen, wie der Fruchtsalbei (Salvia dorisiana), der mir heute „über den Weg“ gelaufen ist.

Fruchtsalbei (Salvia dorisiana)

Fruchtsalbei (Salvia dorisiana)

Dieser Salbei blüht wirklich absolut nur im Winter! Diese Blüten sind genauso aromatisch wie die großen hellgrünen Blätter, und geben eine fantastische essbare Deko in Obstsalaten.

Rang Jued (Thunbergia laurifolia)

Rang Jued (Thunbergia laurifolia)

Auch Rang Jued (Thunbergia laurifolia) blüht im Winter bevorzugt. In der wärmeren Jahreszeit zeigen sich aber gelegentlich auch ein paar Blüten. Aber jetzt im Winter sind die leuchtend azurblauen Blüten natürlich noch mehr ein Hingucker.

Fleischbeere (Sarcococca humulis)

Fleischbeere (Sarcococca humulis)

Im Kalthaus liegt heute wieder ein wunderbar erfrischender Duft in der Luft. Die Fleischbeere (Sarcococca humulis) ist über und über mit kleinen weißen Blüten besetzt und parfümiert schon seit ein paar Wochen die kalt-feuchte Gewächshausluft.

Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum)

Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum)

Dann im Warmhaus. Große Überraschung! Eine unserer noch ganz kleinen Pfefferpflanzen (Piper nigrum) hat Früchte angesetzt! Diese Pflanze ist noch nicht einmal ein Jahr alt und trägt schon grüne Pfefferbeeren. Früher hatten wir verschiedenste Herkünfte von Schwarzem Pfeffer ausprobiert, die nur ganz selten, und schon gar nicht mitten im Winter gefruchtet haben.

Andenbeeren (Physalis peruviana)

Andenbeeren (Physalis peruviana)

Und wo wir grad bei Früchten sind…. Auch die Andenbeeren (Physalis peruviana) reifen sogar noch im Winter. Hier bei uns stehen Sie im – sagen wir mal „Lauwarmhaus“ – bei ca. 16-18°C. Übrigens sind die Andenbeeren wirklich ausdauernd, und nicht einjährig, wie ich schon oft in Büchern gelesen habe. Wir vermehren unsere seit vielen Jahren nur noch per Steckling.

Melloco (Ullucus tuberosus)

Melloco (Ullucus tuberosus)

Erst im Winter wurden in der Gärtnerei auch zwei knollenbildende Arten geerntet. Heute leuchteten sie mich in der Februarsonne richtig an. Melloco (Ullucus tuberosus) und Peruanischer Sauerklee (Oxalis tuberosa). Beide haben quasi Doppelnutzen. Im Sommer sind die Sauerkleeblätter toll am Salat oder in Kräutertee, und Melloco ist ein leckerer milder Spinat. Und jetzt kann man die Knollen beider Arten als Gemüse verzehren. Wie praktisch!

Peruanischer Sauerklee (Oxalis tuberosa)

Peruanischer Sauerklee (Oxalis tuberosa)