Des Blumes Kern

Jeden Tag gehen hunderte von Kräutern und Duftpflanzen durch unsere Hände im Versand, dabei achtet man oft nur auf das Gesamtbild.
Neulich fiel mir das Innenleben der Sternblume auf. Kleine Konfetti Schnipsel in der Mitte, welche diese eigentlich blasse Pflanze zum echten Hingucker werden ließ.

Da war mein Ehrgeiz geweckt. Wann schaut man schon mal so genau auf die filigranen Strukturen von Blüte, Blatt oder Stängel?

Eine Nahaufnahme kitzelt etwas leichter den Aufbau einer Blüte, bzw. die feinen Härchen an den Pflanzenteilen hervor, oder zeigt die zerbrechlich aussehenden Flügel einer Biene beim Sammeln von Pollen.

Ein eingerolltes Blatt, nicht so leicht als Farnblatt zu erkennen, bis es sich ganz entfaltet hat, sieht schon sehr speziell aus.

Blüten, welche wie eine luftig, leichte Federboa wirken, oder der gekonnte Aufbau der einzelnen Sprossen, aus denen Blüten sprießen.

Flora und Fauna lässt sich schon einiges einfallen, um zu wirken und den Fortbestand ihrer Art zu gewähren.

Es ist aber auch pragmatisch zu sehen. Härchen halten zum Beispiel Tau/Regentropfen fest, können somit ein Austrocknen der Pflanze verhindern und vor Fressfeinden schützen.

Selbst ein Blatt mit farblichen Äderchen, hebt sich so von manch anderem „Grünerlei“ optisch gut ab.

Da kommt auch schon die Passionsblume in meine Hände – Wow, sie gibt wirklich alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen – meine hat sie definitiv.

Kinder könnten auch mit einer Lupe auf Entdeckungsreise ins Innere von Pflanzen gehen und so evtl. ein „Wesen“ mit 5 Fingern und Zotteln entdecken.

Bin gespannt, welche Eyecatcher mir noch vor die (Augen) Linse kommen. Es lohnt sich allemal genau hinzusehen, um die großartige Vielfalt zu erkennen, oder einfach das WUNDER DER NATUR.

Wer jetzt wissen möchte welche Pflanzen sich genau hinter den Fotos verbirgt:

Bitte vorher Raten und nicht Schummeln!

  1. Sternblume
  2. Katzenminze
  3. Farn
  4. Teebaum
  5. Echinacea
  6. Muskatellersalbei
  7. Blutampfer
  8. Passionsblume
  9. mexikanischer Oregano
  10. sibirischer Goldlack
  11. Aibika

Birgit Schloh

 

Soulfood…oder einfach: Nudeln mit Ketchup

Wer hat es als Kind nicht geliebt? Nudeln mit Ketchup war eines der ersten Gerichte, welches ich selber „kochen“ konnte. Natürlich mit Nudeln aus der Packung und Ketchup aus der Flasche. Immerhin. Es war warm und ich hatte was im Bauch.

Umso glücklicher war ich, als Anastasija und Hilke mich mit in ihr Team nahmen und wir gemeinsam meinen Kindheitsklassiker kulinarisch aufgepeppt haben.

Es sieht bei den Nudeln mit Blüten schöner aus, wenn sie auf den Teig gelegt und mit eingerollt werden. Gegebenenfalls kann man den Teig noch mal überschlagen und dann erneut ausrollen. Bei den Kräutern empfiehlt es sich, diese gleich mit in den Teig einzuarbeiten, dann verteilen sie sich viel besser.

Die Nudeln mit frischen Kräutern und Blüten zuzubereiten ist überraschend einfach, wir haben nur ein Nudelholz und ein scharfes Messer gebraucht, ein Nudelgerät oder Ähnliches ist nicht nötig.

Die Farfalle hat Anastasija mit einer Bastelschere geschnitten, um den schönen Rand hinzubekommen, ha! Tricks der Küchenzauberfee.

In der Geschmacksprobe haben Nudeln und Ketchup hervorragend abgeschnitten. Die Kollegen und Kolleginnen waren durchweg begeistert.

 

Rezepte:

Kräuternudeln

  • 160 g Mehl
  • 160 g Hartweizengrieß
  • 160 ml Wasser
  • 2 Tl Olivenöl
  • 1/2 Tl Salz
  • 2 gehäufte El frische ganz klein gehackte Kräuter oder alternativ 2 El gestrichen getrocknete Kräuter

Aus allen Zutaten einen glatten runden Teig kneten und evtl. noch einmal für eine halbe Stunde in ein Handtuch gewickelt im Kühlschrank ruhen lassen (habe es auch schon ohne Ruhezeit gemacht, funktionierte auch). Dann den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und in die gewünschte Form schneiden. Die Nudeln in sprudelnd kochendem Wasser ca. 3- 4 Minuten kochen lassen.

Alle essbaren Kräuter und Blüten sind geeignet, erlaubt ist, was schmeckt. Die Blütennudeln habe ich mit Tagetes-, Apothekerrosen- , Kresse- und Basilikumblüten gemacht.

Eine zweite Portion wurde mit Silberthymian gemacht, auch sehr zu empfehlen.

Erdbeer/Tomatenketchup

  • 1rote Peperoni
  • 2 rote Zwiebeln
  • 700 g Tomaten (hier die Small Egg)
  • 300 g Erdbeeren (hier Walderdbeeren, jede andere Sorte ist möglich)
  • 150 g Rohrzucker
  • 100 g Tomatenmark
  • 80 g Frucht- oder Kräuteressig (Rezepte für Kräuteressig auch im Katalog 21)
  • 2-3 EL mildes Currypulver
  • 1TL Salz
  • 1 geh. TL Paprika edelsüß
  • 1/2 TL Paprika rosenscharf

Die Zutaten alle so klein wie möglich schnippeln und bei mittlerer Hitze köcheln lassen und zwischendurch immer mal wieder umrühren. Wenn alles schön sämig gekocht ist, mit dem Pürierstab bis zur gewünschten Konsistenz verarbeiten und in Gläser oder Flaschen abfüllen.

Fotos: André Wieding

 

Löwenzahn

Ob an Wegrändern, auf Wiesen, an Straßen, mitten in der Stadt, überall zeigt der Löwenzahn sich jetzt von seiner schönsten Seite. So eine tolle und vielseitige Pflanze und völlig zu Unrecht als Unkraut verkannt.

Dabei kann man wirklich alles verwenden, ob die Wurzeln zu Löwenzahnkaffee trocknen und mahlen die jungen Blätter im Salat, die Blüten als essbare Deko auf dem Büfett. Auch die wilden Bienen und Hummeln finden hier genügend Nahrung.

Löwenzahnsirup hab ich schon öfter gemacht, dieses Mal wollte ich jedoch wissen wie ein Gelee aus den Blüten wohl schmeckt. Dazu habe ich ca. 100 g Löwenzahnblüten gesammelt und die Blüten leicht antrocknen lassen, damit die letzten vielleicht verbliebenen Insekten noch flüchten können.

Danach kamen die Blüten mit einer in Scheibe geschnittenen Bio-Orange in einen Topf mit etwa 100ml Orangensaft und 650ml Wasser. Diese Mischung habe ich einmal kurz aufgekocht und ca. 24 Stunden ziehen lassen.

Nachdem ich die Blüten und Orange abgesiebt habe kam der Gelierzucker (2:1 – 500g) hinzu und das Ganze wurde 3 – 5 Minuten sprudelnd gekocht. Unbedingt eine Gelierprobe machen bevor es in die Gläser abgefüllt wird.

Das Gelee ist superlecker und passt nicht nur zu Brot, sondern auch zu Pudding, Milchreis oder anderen Leckereien. Inzwischen hab ich es auch mit Zitrone ausprobiert, sehr lecker, jedoch hab ich dort nur 50 ml Zitronensaft hinzugefügt und den Rest Wasser, damit die Zitrone geschmacklich nicht zu sehr dominiert.

Viel Spaß beim Nachkochen!

Fotos: André Wieding

Zwischenzeitlich bei Rühlemanns

Wie jedes Jahr habe ich viel Freude daran die jungen, frisch getopften Pflanzen regelmäßig zu Entspitzen um ihren Wuchs zu fördern.

Wichtig ist diese Arbeit besonders bei den wärmeliebenden Pflanzen, die nur in der Saison verfügbar sind und ab dem Spätsommer / Anfang Herbst nicht mehr verschickt werden.

Zum Beispiel unsere Vielfalt an verschiedenen Basilikumsorten, die sich bis auf Ausnahmen (Wildes Purpur, African Blue, wildes Tulsi), bei Temperaturen unter 12 Grad nicht wohlfühlen.

Bei richtiger Pflege, dem richtigen Ernteschnitt und Anpassung an ihre Bedürfnisse kann man auch in dieser kurzen Zeit schöne, große, blattreiche Pflanzen heranwachsen sehen und von viel Ernte zehren. Basilikum kann kulinarisch sehr vielseitig verwendet werden. Unsere Sorten sind unterschiedlich in ihrem Geschmack von fein/süßlich bis krautig/herb.

Selbst wenn manche der empfindlichen Pflanzen nicht mehr ihre volle Pracht zeigen, sobald die Tage wieder kälter werden können viele von ihnen Nachkommen in Form von Samen hinterlassen, die im nächsten Frühjahr neu ausgesät werden können. Auch eine Vermehrung über Stecklinge ist möglich.

Von der Erdmandel, die erst ab Mitte Mai in den Garten wandern sollte, erntet man im Spätherbst die süßlich schmeckenden Knöllchen und kann, wenn man es schafft, einige aufzubewahren, diese wieder einpflanzen um neue Pflanzen zu gewinnen.

Die Gewürz– und Lakritztagetes, bei Kindern sehr beliebt, sind durch ihren filigranen Wuchs wunderschön anzusehen und eignen sich unter anderem für süße und salzige Speisen, Kräutertees und Liköre.

Kapuzinerkresse wurde 2013 als Arzneipflanze des Jahres gekürt. Sie strotzt vor Vitamin C und die etwas scharf schmeckenden Blätter und essbaren Blüten sind eine geschmackvolle Ergänzung im Salat. Ihre Inhaltsstoffe haben die Eigenschaft die Vermehrung von Viren, Bakterien und Pilzen einzudämmen.

Stevia ist eine wertvolle Pflanze für Menschen, die Schwierigkeiten haben richtigen Zucker zu verwerten. Steviablätter werden gern für Süßspeisen aller Art sowie zur Süßung von Getränken verwendet, können aber auch zum Backen und Kochen genutzt werden.

Rezepte & Tipps gibt es hier:

https://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de/praxis/rezepte

Text & Idee: Eva Brendel

Fotos: André Wieding

Auf den Bärlauch, fertig, los!

Möchte man in den Genuss dieser aromatischen Staude kommen, muss man sich beeilen, denn die Erntezeit ist begrenzt von Ende März bis Mai.

Kaum zeigt der Bärlauch sein sattes Grün und die schönen weißen Blüten (auch diese sind essbar!), zieht er sich auch schon wieder in den Untergrund zurück.

Diesmal verwende ich den Berliner Bärlauch für ein schnelles Rezept einer leckeren Käsecreme.

Nordischer „Obatzter“ mit Bärlauch

50 g weiche Butter mit 200 g Frischkäse, 100 g geriebenen Käse und 150 g zerdrücktem Camembert gut verrühren. Eine gute Handvoll Bärlauch sehr fein schneiden und mit hinzugeben. Das Ganze dann mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken und mit frischem Weißbrot servieren.

Alle Kollegen und Kolleginnen waren begeistert und es hat sich gezeigt, auch der Norden kann bayrisch.

Text & Idee: Michaela Görnig

Fotos: André Wieding