Kochen mit Pilzkraut

In der Oase, unserem Verkaufsgewächshaus, steht zur Zeit ein Kübel, in dem sich das Pilzkraut so richtig wohl fühlt. Im Freiland dagegen steht der Zimmerknoblauch in voller Blüte.

Na, daraus könnten wir doch was Leckeres zaubern!“, dachte sich Michaela, schritt zur Tat und hier kommt das sehr gelungene Rezept:

Gefüllte Champignons mit Pilzkraut und Zimmerknoblauchblüten

500g große Champignons putzen, die Stiele vorsichtig rausziehen und beiseite legen.
2 kleine Zwiebeln, die Pilzstiele, 2 Handvoll Pilzkraut und 1 Handvoll Knoblauchblüten klein schneiden.

Die Pilzköpfe auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und den Backofen auf 200°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Zwiebel, Pilzwürfel und die Kräuter in wenig Butter kurz in der Pfanne anbraten. Die Mischung in einer Schüssel mit einem Becher Schmand verrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Kräuterschmand in die Pilzköpfe füllen und etwas geriebenen Käse oder Gorgonzola darauf geben und etwa 15-20 Minuten im Ofen backen.


Alle Probieresser waren sich einig, dass der Gorgonzola hervorragend zu den Pilzen passte, aber der geriebene Käse eindeutig das schönere Bild ergibt 🙂

Mjam, lecker!

„Kräutertag? Voll gut!“

Wenn glücklich strahlende Menschen den Kräutertag mit einem Arm voller Kräuter verlassen und StammkundInnen schon auf‘s nächste Mal anstoßen, dann sagen wir uns jedes mal wieder: alles richtig gemacht!

Wie zu erwarten, war der Andrang an den über 90 Ständen im Ort und auch in unserer Gärtnerei bei feinstem Wetter groß. Trotzdem verlief alles in gewohnt freundlicher und friedlicher Atmosphäre. Es wurde überall geschaut, probiert, geschnuppert, gekostet und gestaunt – und genau so hatten wir uns das gewünscht!



Für einen reibungslosen Ablauf vor und hinter den Kulissen sorgte in unserer Gärtnerei in diesem Jahr ein Team von über 20, sehr engagierten KollegInnen. Sie verkauften unermüdlich Pflanze um Pflanze, berieten Hilfe suchende KundInnen, verteilten leckere selbst hergestellte Kostproben, entwarfen schöne und originelle Kräuterdeko, betreuten Kinder beim Topfen ihrer ersten Kräuter, gaben Tipps beim Gewinnspiel, führten Besucher durch die normalerweise geschlossenen Bereiche der Gärtnerei, versorgten die Verkaufs-flächen pausenlos mit Nachschub und die Gärtnerei mit Wasser und beantworteten dabei gut gelaunt jede Menge Fragen.

Verkaufsleiterin Silke R.: „Ich bin wieder einmal überwältigt von der Hilfe so vieler Kolleginnen und Kollegen, die es möglich gemacht haben, dass der Kräutertag ein so toller Tag war. Nicht nur für die Besucher, sondern auch für uns als Team. Danke dafür!!!“


Anni mit KundInnen an der Kasse

Brigitte …

… und Silke M. im Beratungsgespräch

André mit Nachschub

Fredi beim Auffüllen der Basilikumflächen

Svenja mit einem Besucher beim Gewinnspiel, bei dem 3 Pflanzen erraten werden sollten

Hilke, Anastasija und Elveda mit Kräuter-Kostproben in Buttermilch und Quark
(die Rezepte finden Sie am Ende dieses Blogbeitrags)

Michaelas Kräutersträuße brachten bunte Farbtupfer auf die Tische

Natascha und Karen …

… halfen Kindern beim Eintopfen ihrer ersten Kräuter

Betriebsleiter Tobias Breuckmann führte durch verschiedene Bereiche und erzählte dabei einiges über Historie und Philosophie der Gärtnerei

Erhaltenswerte Pflanzenvielfalt konnte am Beispiel verschiedener Basilikumpflanzen mit allen Sinnen erfahren werden

Auch außerhalb unserer Gärtnerei …

drehte sich vieles um frische Kräuter, …

deren Nutzen für die Umwelt …

und köstlicher Verwendung.

Wer weitere Eindrücke vom Kräutertag 2018 in bewegten Bildern genießen möchte, sollte den Beitrag des NDR, der voraussichtlich am 23.6.2018 im Rahmen der Sendung DAS! gezeigt werden wird, nicht verpassen!

Hier die Rezepte unserer diesjährigen Kostproben von Daniels Kräuter-Kreationen:

Yin & Yang
Wasabiblätter
Langer Koriander
Zimmerknoblauch, grün
Basilikum „Wildes Purpur“
Toronjil Morado
Quark, 40% Fett i. Tr.
Salz

Süß & Sauer
Lakritztagetes
Bananenminze
Roter Sauerampfer
Quark, 40% Fett i. Tr.
Zucker, Salz

Ost & West
Bärwurz
Zwiebellauch
Liebstöckel
Bronze-Perilla
Yauthli
Quark, 40% Fett i. Tr.
Salz

Buttermilch mit Australischem Zitronenblatt
Blatt vom Australischen Zitronenblatt nach Geschmack (vorsichtig dosieren) mit
1 gehäuften TL Zucker pürieren und 500 ml Buttermilch dazugeben. Wer‘s weniger säuerlich mag oder Milch nicht verträgt, nimmt als Alternative z.B. Sojamilch.

Warum macht ihr eigentlich überall Kräuter rein?

Trotz der ungewöhnlichen Sommerhitze am vergangenen Samstag fanden einige Kinder den Weg zur „Kinder-Kräuter-Küche“, unseren Schnupperstunden speziell für Kinder.

Kaum da, gings auch schon los: Mini-Pizza und Joghurt standen als erstes auf dem Programm. Da in alle Rezepte natürlich Kräuter oben drauf oder hinein sollten, wurde erst einmal ausgiebig geschnuppert und nach Vorlieben unter den Kräutern gesucht.

So kam es, dass Zimmerknoblauch, Italienischer Origano, Schnittlauch ‚Forescate‘ und Italienische Rauke auf der Pizza und Lakritztagetes, Erdbeerminze und Anis-Ysop im Joghurt landeten.

„Das kenne ich, das ist Basilikum!“
„Das schmeckt ja total nach Lakritze!“

Dann wurde konzentriert gerührt, gerollt, geschnitten und geraspelt. Teamwork? Selbstverständlich! Und da, wo Hilfe gebraucht wurde, waren Anastasija und Hilke gleich zur Stelle.„Ich bin erst 6 – aber ich kann schon kochen!“

Rezept Mini-Pizza
Der Teig: 220 ml zimmerwarmes Wasser mit 1 TL Zucker und 20 g Hefe gut vermischen. 400 g Mehl, 30 ml Olivenöl und 1 TL Salz dazugeben und alles zu einem glatten Teig kneten. Wenn er fertig ist, sollte sich der Teig gut von der Schüssel lösen. Mit dem gleichen Teig kann man auch Pizzabrötchen backen!

Die Sauce: 1 Zwiebel und 1 große Tomate in kleine Stücke schneiden. Mit 1 EL Tomatenmark, 1 TL Salz, 3-4 Blättern Basilikum ‚Wildes Purpur‘ und Italienischem Origano mit einer Küchenmaschine oder einem Pürierstab pürieren.

Belag: Nun kann man alles, was man mag, auf die Pizza legen, z.B. Tomatenscheiben, Zwiebelringe, Salami, Schinken, Rauke, Olivenkraut, Oregano

Backzeit: im vorgeheizten Ofen bei 200°C ungefähr 20 – 25 Minuten.

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Rezept Kräuter-Joghurt
Die Idee: den eigenen Kräuter-Joghurt mischen!
4 Beispiele hatten Anastasija und Hilke vorher ausprobiert:

„Fruchtkräuter“
150 g Joghurt mit 2-3 klein geschnittenen Erdbeeren und sehr fein geschnittenen Kräutern (Erdbeerminze, Sauerampfer, Apfelsalbei) mischen.

„Lakritz“
150 g Joghurt mit sehr fein geschnittenen Kräutern (Lakritztagetes, Anis-Ysop) mischen.

„Süße Zitrone“
150 g Joghurt mit Australischem Zitronenblatt und 1 TL Zucker pürieren.

„Basilikum Trio“
150 g Joghurt mit sehr fein geschnittenen Kräutern (Zitronenbasilikum, Basilikum ‚Wildes Purpur‘, Griechisches Buschbasilikum) mischen.


Fragen wie „Warum macht ihr eigentlich überall Kräuter rein?“, „Fressen Nützlinge alle Schädlinge?“, „Warum stehen hier einige Pflanzen im Gewächshaus und andere draußen?“ „Wie funktioniert der Gießwagen?“ beantworteten sie ausführlich und mit viel Geduld. Die Kinderstube der Pflanzen interessierte die Kinder sehr, so dass Hilke gleich einen kleinen spontanen Ausflug mit ihnen in die Vermehrung machte. Mit den Worten „Puh, ist das warm hier!“ wurde dieser von den Kids schnell wieder beendet 🙂

Herstellen von Butter und Buttermilch
Eine für die Kinder ganz ungewöhnliche Aktion war das Herstellen von Butter und Buttermilch aus Sahne. Eigentlich geht das Ganze ganz einfach:

30-40 ml flüssige Sahne in ein kleines Glas füllen und das verschlossene Glas solange schütteln, bis Butter entstanden ist (ca. 5-10 Minuten). Die Flüssigkeit, die dabei übrig bleibt, nennt man Buttermilch.


Allerdings sorgten die hohen Temperaturen am Samstag für erheblich erschwerte Bedingungen, so dass sich schon nach kurzer Zeit „Schüttel-Teams“ bildeten. Trotzdem gelang das Experiment nur einmal – zum Herstellen der geplanten Kräuterbutter (die selbstgemachte Butter mit Kräutern und ein wenig Salz mischen) und Zitronen-Buttermilch (Australisches Zitronenblatt mit der Buttermilch pürieren) reichte es leider nicht. Wie gut, dass es gleich weiterging mit Kräuterkeksen und Pizzabrötchen!

Rezept Kräuter-Kekse
250 g Mehl, 100 g kalte Margarine, 90 g Zucker, 1 Ei und 1 TL Backpulver zu einem Teig verkneten. Dann sehr fein geschnittene Kräuter dazugeben. Wir haben z.B. Lemon-Ysop, Erdbeer-Minze, Yerba Buena, Brasilianischen Sauerklee und Australisches Zitronenblatt ausprobiert.
Wichtig: eher zuviel als zu wenig Kräuter unter den Teig mengen – beim Backen
geht einiges vom Aroma verloren! Nach dem Backen die Kekse mit Zuckerguss (Puderzucker mit etwas Zitronensaft mischen) bestreichen und mit Blüten schmücken.

An dieser Stelle ein großes Kompliment an alle mitwirkenden Kinder, die trotz der großen Hitze im Gewächshaus tatkräftig und mit viel Spaß und Begeisterung dabei waren und ihre selbst hergestellten Leckereien mit Genuss verspeisten. Eltern, die vorsichtig fragten: „Darf ich mal abbeißen?“ bekamen eine klare Antwort: „Nein!“ Auch die samstags immer bereitstehenden Teesorten wurden gerne durchprobiert. Am Ende war alles restlos aufgefuttert und Hilke und Anastasija planen schon für‘s nächste Jahr: „Dann wird auf jeden Fall gekocht!“

Fotos: André Wieding

Die nächsten Schnupperstunden gibt‘s am Samstag, den 21. Juli.
Dann dreht sich wieder alles um ein sehr beliebtes und vielseitiges Kraut: Basilikum!

Bärlauch-Risotto mit grünem Spargel

Bärlauch & Spargel, ein sehr kurzfristiges Vergnügen!
Während der Bärlauch sich schon langsam wieder in die Sommerpause verabschiedet, sieht der Spargel seiner kulinarischen Blütezeit erst entgegen.

Um dieses köstliche, aber seltene Paar zu feiern, verrät Michaela heute ein sehr leckeres und einfaches Rezept:

Bärlauch-Risotto mit grünem Spargel
Eine kleine Zwiebel schälen, würfeln und in Butter andünsten. 200g Risottoreis hinzufügen und köcheln lassen bis er glasig erscheint. Mit 100ml Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Unter ständigem Rühren vorsichtig nach und nach 1L Fleischbrühe zugeben und
15-20min kochen, bis der Reis gar ist. Ein paar Minuten bevor der Reis gar ist, 250g grünen Spargel in Scheibchen schneiden und dem Risotto hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann 50 g geriebenen Parmesan, 50 g Ziegenfrischkäse,
50 g Butter und eine gute Handvoll klein geschnittenen Bärlauch unterrühren.
Etwas durchziehen lassen und servieren… Mmmhhhh.

„Kräuter bei die Fische!“

Heute hat Michaela ganz was Feines in die Pfanne gehauen: frische Stinte!

„Stinte sind eine saisonale Köstlichkeit unserer norddeutschen Region. Der Stint wird aufgrund seines intensiven Gurkengeruchs auch als Gurkenfisch bezeichnet. Es handelt sich um kleine sardinenartige Fische, die zwischen Februar und April von der Nordsee zum Laichen in die Elbe ziehen. Die einfache Zubereitung macht ihn für mich zu einem meiner Lieblingsfische!“

Schon vor Wochen hat sie extra für die Stinte ein Kräutersalz hergestellt, das nun endlich an dieselben durfte!

Und so einfach geht‘s:
Ausgenommene Stinte mit dem Kräutersalz großzügig würzen, dann – wichtig! – in Roggenmehl wenden und in heißem Öl wenige Minuten von beiden Seiten knusprig braten. Bei kleinen Fischen kann man Flossen und Gräten mitessen. Bei Größeren entfernt man lediglich die Rückengräte. Dieses Fischgericht wird in der Region häufig als
„Stinte satt“ angeboten und wird ohne Besteck mit den Fingern genossen.




Passend dazu: Selbstgemachtes Kräutersalz aus frischen Kräutern

Dosierung und Wahl der Kräuter sind rein intuitiv entstanden. Da nehme jeder einfach das, was er gut findet. Wir dachten, je vielfältiger desto besser, und haben folgendes Grün verwendet: Pinien-Rosmarin, Sizilianischer Gewürzfenchel, Italienischer Oreganothymian, Piemontesischer Limonenthymian, Salbei, weiß blühend, Currystrauch ‚Dartington‘, Majoran, winterfest, Rakkyo,
Kriechende Sellerie, Zimmerknoblauch, grün, Meerfenchel.

Alle Kräuter, möglichst ohne Stängel, mit 200g Salz in den Kräuterhacker geben und solange zerkleinern bis eine pastenähnliche Konsistenz entsteht. Dann zur Masse weitere 300g Salz geben und alles gut vermengen. Die ganze Menge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. Bei 50°C ca. eine Stunde im Ofen lassen, ausschalten und über Nacht weiter trockenen lassen.


Wir haben herkömmliches Salz verwendet, das sich dann gut für Streuer eignet,
aber natürlich kann man auch grobes Salz verwenden. Allein der Geruch, nachdem man
den Ofen öffnet, ist dieses Rezept wert. Unbedingt probieren!!!

PS.: Das Salz lässt sich selbstverständlich auch für alle anderen Fischsorten verwenden.